Versteh doch endlich!

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Es ist gar nicht so einfach, anderen etwas beizubringen und sie zu überzeugen. Wenn man selbst davon überzeugt ist und die Materie verstanden hat, dann kann es funktionieren. Doch es ist schwer, einem Menschen etwas begreiflich zu machen, was man selbst kaum richtig verstanden hat. Die Propheten im Ersten Testament wissen ein Lied davon zu singen. Johannes dem Täufer, dessen Geschichte im zweiten Testament ansatzweise beschrieben ist, ging es nicht anders. Trotz seiner Entschiedenheit und Ernsthaftigkeit, mit dem er seine Botschaft unter das Volk brachte, trotz seines rhetorischen Geschicks und seiner Körpersprache ist es ihm nicht gelungen, eine große Bewegung der Umkehr auszulösen. Einzelne sind ihm nachgefolgt, aber die große Masse, besonders die Regierenden haben seine Botshaft ignoriert. Im Gegenteil, sie wollten ihn mundtot machen  und vernichten. Das macht ihn zu einem Märtyrer für die gute Sache. Wurde seine Botschaft aber wirklich verstanden?
Gerade in spirituellen Fragen ist es schwer, eine gemeinsame Basis für die Verständigung zu finden. Wenn man sich über Glaubenssätze austauscht. Ist Streit vorprogrammiert. Sie helfen in der Regel nicht weiter, denn sie beschreiben etwas, das außerhalb von uns selbst liegt. Erst die leibhaftige Erfahrung, das Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist, unsere Gefühle, unser Wissen und unsere Sehnsüchte machen dann etwas, das unser Leben verändern kann. Erst das gelungene Miteinander dieser drei Ebenen machen uns zu Menschen, die nach Sinn und Erfüllung, nach Heil und Vollendung streben. Bloßes Verstehen hilft uns da nicht weiter. Wenn es Johannes nicht gelingt, mit seiner Rede die Herzen, und wenn es gut läuft auch die Seelen der Menschen zu erreichen, dann kann er wirklich etwas bei ihnen verändern. 
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Inwiefern ihm dabei seine Fähigkeiten der Rede und der Gestik helfen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir dürfen heute nicht den Fehler machen, seine Worte nur auf der Verstandesebene zu bedenken. Wir müssen sie auch in unser Herz hineinlassen, ihnen in unserer Seele Raum geben. Dann ist der letzte Schritt, von dem bis jetzt nur indirekt die Rede war, unser Handeln nicht mehr so, wie es vorher war. Denn erst im Handeln, in dem, was wir für unsere Nächsten und diese Erde tun, wird deutlich, wie Kopf, Herz und Seele zusammenspielen. Verstehen allein reicht da nicht aus.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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