Lass die Kerzen flammen

Wenn es dunkel wird und gemütlich sein soll, zünden wir gerne Kerzen an. Ein gewöhnliches elektrisches Licht tut es dann nicht mehr. Eine Kerzenflamme strahlt Wärme aus. Das sanfte Licht erhellt den Raum nur dürftig. Gleich haben wir die besondere Stimmung, die wir wollen. Wenn wir Kerzen anzünden, treten wir in unsere Wohlfühlzone ein. Wir setzen Kerzen bewusst ein, weil wir nicht mehr wie die Menschen im vorindustriellen Zeitalter auf Kerzenlicht angewiesen sind. Es ist für fast schon eine Flucht in die gute alte Zeit, wir kommen mit einer Sehnsucht in Berührung, die mit Heimat, zuhause, Geborgenheit und Schutz zu tun hat.
Im Lied von den guten Mächten von Dietrich Bonhoeffer lautet die fünfte Strophe: » Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.« Diese Beschreibung unserer Sehnsucht, die wir durch Kerzen ausdrücken, ist sehr eng mit unseren spirituellen Erwartungen und Bedürfnissen verbunden. Kerzen werden angezündet, um die Dunkelheit zu vertreiben, sie verbinden uns mit unserem Inneren, wenn sie die Wärme und die Stille in uns verbreiten. Auch ein kleines Licht leuchtet sehr weit und gibt Menschen eine Orientierung. Dort, wo dieses Licht brennt, ist jemand, der wartet. Das Licht leuchtet durch die Nacht hindurch. So brennen auch die Kerzen in der Westfront der Autobahnkirche. Sie sind nach Sonnenuntergang, in die Nacht hin ausgerichtet. 
Sie geben uns Orientierung und den Seelenfrieden, nach dem wir uns sehnen. Sie sind ein Zeichen von Verbundenheit. Nicht umsonst brennen auf unseren Friedhöfen viele Kerzen, die uns mit den Verstorbenen verbinden. Wenn Kerzen flammen, sind wir mit allen, den Lebenden und den Toten verbunden und daheim bei uns selbst.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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