Mit den Augen verführt

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Wir sind hauptsächlich Augenmenschen. Die meisten Informationen über unsere Umwelt bekommen wir durch unseren Gesichtssinn vermittelt. Im Schauen lernen wir die Welt kennen und erkennen, was ist. Die Werbung macht sich das zunutze. Strategen wissen, wie sie uns ihre Botschaften vermitteln müssen, damit wir darauf anspringen. Jede und jeder weiß, wie empfänglich wir für ihre Botschaften sind. Wenn dann noch Bilder von Menschen eingesetzt werden, die uns verführen sollen, dann achtet man besonders auf die Augen. Wir sehen nicht nur viel mit unseren Augen, wir sehen auch auf die Augen der anderen. Der tiefe Blick in die Augen zeigt uns, ob das Gegenüber es ehrlich meint. Wir sind nicht nur mit unseren Augen verführbar, sondern auch durch die Augen anderer.
In der Ostseite der Autobahnkirche wird die Versuchung Jesu in drei Szenen dargestellt. Natürlich taucht der Verführer da auf. Er hat einmal strahlend blaue Augen. Doch die sind nicht echt, das durchschauen wir sofort. Es sieht so aus, als trüge er eine Brille mit blauen Gläsern. Die Augen selbst sind gar nicht zu sehen. Hier täuscht uns der Verführer. Denn würde er mit einem offenen, ehrlichen Gesicht auftreten, würden wir sein Spiel sofort durchschauen. So aber nicht. Seine Worte können nicht überprüft werden durch den direkten Blick in die Augen. Wir sind auf andere Zeichen angewiesen. Es ist nicht die äußere Erscheinung, die wirkt ja sehr seriös. Es liegt an der Botschaft, die er hat. 
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Da sind wir gefragt. Nicht nur auf den ersten Blick kommt es an, sondern auf ein ganzheitliches Begreifen dessen, was um uns herum geschieht. Nicht nur Erkennen mit den Augen, sondern ein Begreifen mit allen Sinnen. Nur wenn wir ganz wach sind, die anderen Sinne, die wir haben, einsetzen, wenn wir dazu auch unseren Verstand und unser Herz einsetzen, dann können wir uns gegen Versuchungen jedweder Art wehren. Es geht also nicht nur um den Augenschein, sondern um alles, was einen Menschen und eine Botschaft ausmacht. Wir brauchen den tiefen Blick, der alles umfasst.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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