Mahl der Freien

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Das Pessach-Mahl ist ein gemeinsames Essen, das eng mit der Identität der jüdischen Glaubensgemeinschaft verunden ist und eine Brücke zum christlichen Abendmahl herstellt. Es ist im Ablauf und bei den Zutaten fest geregelt. Aber es geht weder um das Mahl als solches, noch um das Rezept der Zubereitung, sondern um die Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten. Damit wird die Tat Gottes ins Gedächtnis gerufen, in der Gott sein Volk nicht in der Sklaverei lassen will. Er möchte es in das Land führen, dass er den Stammeltern versprochen hat. Bis heute hat es mit dem Aufbruch aus Ägypten zu tun: »3 Sagt der ganzen Gemeinde Israel, dass jeder Familienvater am 10. Tag des Monats für seine Familie ein Lamm auswählt. 4 Ist die Familie zu klein, um ein ganzes Tier zu verzehren, so soll sie sich mit der Nachbarfamilie zusammentun. Sie sollen sich vorher überlegen, wie viel jeder essen kann, damit nichts übrig bleibt. 5 Das Tier muss einjährig und männlich sein und darf keine Fehler haben. Ihr könnt ein Schaf- oder ein Ziegenböckchen nehmen. 6 Das Tier wird bis zum 14. Tag des Monats von der übrigen Herde gesondert gehalten. Gegen Abend schlachten dann alle Familien in der ganzen Gemeinde ihr Lamm. 7 Von dem Blut nehmen sie etwas und streichen es an die beiden Türpfosten und den oberen Türbalken der Häuser, in denen sie das Mahl halten. 8 Sie braten das Lamm am Feuer und essen es in derselben Nacht, zusammen mit ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern. 9 Ihr dürft nichts von dem Lamm roh oder gekocht essen. Es muss am Feuer gebraten sein, und zwar ganz, mit Kopf, Beinen und Innereien. 10 Ihr dürft auch nichts davon bis zum andern Morgen übrig lassen. Die Reste müsst ihr verbrennen. 11 Beim Essen sollt ihr reisefertig gekleidet sein, die Sandalen an den Füßen und den Wanderstab in der Hand. 
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In Hast und Eile sollt ihr essen. Dies ist das Passafest für mich, den Herrn.« (Exodus 12,3-11, Übersetzung Gute Nachricht). 
Pessach ist ein Festessen, das zur Eile mahnt. Es geht nicht darum, gemütlich zusammenzusitzen. Es geht um Flucht, um schnellen Aufbruch. Das macht dieses Mahl so besonders. Desweiteren ist es ein Mahl, das Schutz bieten soll und als Segen für die weitere Flucht des Volkes wirkt. Es wird zum Fest derer, die in Freiheit leben sollen - und wollen.
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Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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