Kontrovers

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An der Südseite des Elia-Turmes bei der Autobahnkirche sieht man einen Menschen, dem die Verwirrung nicht nur ins Gesicht geschrieben ist, sondern der auch körperlich nicht weiß, wo es langgeht. Seine Arme sind zwar nicht verschränkt, aber die Hände weisen in unterschiedliche Richtungen. Sie drücken die Verwirrung aus, der dieser Mensch ausgesetzt ist. Er weiß nicht mehr, was er glauben soll, er weiß nicht, wie es in Zukunft weitergeht. Kein Wunder bei der Botschaft, die von einem Propheten wie Elia verkündet wird. Elia war zu seiner Zeit umstritten, nicht nur unter den Herrschenden, sondern im ganzen Volk. Er legte den Finger in offene Wunden, er kritisierte den Götterkult, den die Königin Isebel eingeführt hat und dem ein anderes Glaubensbekenntnis zugrunde lag, als das der israelitischen Jahwe-Verehrung. 
Selbst wenn man vom historischen Zeitbezug absieht, ist die Predigt des Elia herausfordernd. Elia deutete die Geschichte als Heilsgeschichte und weist auf eine neue, bessere Zukunft hin. Diese Zukunft ist bei den herrschenden Verhältnissen aber nicht möglich. Hier ist er sehr modern. Wir kennen diese Verwirrungen auf zweierlei Weise. Schon beim Blick zurück können wir Geschichte unterschiedlich deuten. Je nachdem, von welchem Standpunkt wir die historischen Ereignisse betrachten, kommen wir zu oft sich widersprechenden Ergebnissen. Einschätzungen und Beurteilungen klingen verschieden und wir können trefflich darüber streiten. Das sind Ereignisse, die geschehen sind. Sie können wir beschreiben. Wieviel größer wird die Verwirrung, wenn wir in die Zukunft schauen. Auch hier kommt den Propheten große Bedeutung zu. Über ihre Einschätzung können wir streiten. Es geht um den Weg, den wir einschlagen sollen, es geht um Handlungen, die noch gar nicht geschehen sind, die wir erst planen müssen. In der Politik wird über diese Wege gestritten. 
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Bei persönlichen Entscheidungen fällt es schwer zu einer guten Einigung zu kommen. Wir stehen dann oft da wie diese Gestalt am Elia-Turm, wir sind verwirrt und von der kontroversen Sichtweise überfordert. Wenn dann neue Sichtweisen dazukommen - und Propheten stehen für diese ein - trägt das nicht dazu bei, die Situation zu vereinfachen. Wir verfangen uns in Widersprüchen und möchten am liebsten aus dem ganzen Karussell von Entscheidungsfindung und Handlungsanweisungen heraustreten. Wir müssen lernen, auch Kontroversen auszuhalten.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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