Jesus oder Christus

Bilderwelt 338 ABK Fenster O - Jesus oder Christus 1zu3.jpg
Jesus gilt als Begründer der christlichen Religion. Doch wer ist er wirklich und vielleicht noch wichtiger: Wie sprechen wir von ihm? Es gibt eine wesentliche Unterscheidung, die sich im letzten Jahrhundert endgültig durchgesetzt hat. Wir sprechen von zwei Personen: Da ist zum einen der historische Jesus. Auf diesen gehen die Erzählungen aus dem Neuen Testament zurück, wie sie in den Evangelien berichtet werden. Doch schon diese erzählen wenig über die historische Person, denn sie wollen ja keine Geschichtsschreibung in unserem Sinn sein. Der historische Jesus ist eine Person, die im Dunkel der Geschichte verschwindet. Wir wissen so gut wie nichts über ihn. Es gibt sogar Zweifel daran, ob er überhaupt gelebt hat oder ob er nicht eine Erfindung bestimmter Kreise aus dem Umfeld im Palästina der Zeitenwende ist. Das, was wir in den Evangelien über ihn lesen, hat schon mit der anderen Gestalt zu tun, die mit ihm gleichgesetzt wird, dem Christus. Als der versprochene Retter, als der Gesalbte, der kommen soll, wird er verkündet. Der Gesalbte, auf hebräisch Messias und auf griechisch Christus, wird er genannt. Er sei von Gott auferweckt worden und wäre den Jüngern erschienen. Diese Erfahrung hat dazu geführt, dass der, der früher der historische Jesus war, jetzt als wiederauferstandener Christus verkündet wird. Alles, was wir in den Evangelien über ihn lesen, ist aus dieser Sicht geschrieben. Der historischen Gestalt bringen uns diese Erzählungen aber nicht näher.
Als Sohn Gottes, als Teil der göttlichen Dreifaltigkeit, zu der er später wurde, spielt die historische Person Jesus keine Rolle keine Rolle mehr. Wichtig ist allein der Christus, der Inhalt der Verkündigung geworden ist. Die Person Jesu wird lediglich dazu gebraucht, einen zeitgeschichtlichen Anker zu bilden, dass Gott in der Welt und für die Welt gehandelt hat. Wir sprechen aber von Jesus Christus als Einheit, beide gehören zusammen. Wir betonen, dass er Mensch war. 
Bilderwelt 338 Lageplan.jpg
Doch nehmen wir diese menschliche Seite wirklich als so menschlich wahr? Ist es nicht vielmehr die göttliche Gestalt, der wir gegenüber stehen? Auf Ikonen und anderen Bildern hat er wenig gemein mit einem Menschen aus Fleisch und Blut, vom Aussehen abgesehen. Vielleicht ist es unsere Aufgabe, die menschliche Seite hinter dem Christus neu zu entdecken. 
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 30.06.2026
Kontemplation
Di. 07.07.2026
Kontemplation
Di. 14.07.2026
Kontemplation
Di. 21.07.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.