Tanz auf dem Vulkan

Bilderwelt 335 ABK Moseturm N - Tanz auf dem Vulkan 1zu4.jpg
Den Zustand einer Gesellschaft erkennt man oft daran, wie sie ihre Feste feiert. Dafür gibt es konkrete Anhaltspunkte: Wenn alle Bindungen reißen, alle Konventionen über Bord geworfen werden, wenn die Würde des Einzelnen nicht mehr zählt, wenn es nur noch um das reine Vergnügen einiger weniger geht, wenn alle Schranken fallen, dann spricht man von einer Orgie. Alle Regeln des gesunden Menschenverstandes werden über Bord geworfen, es findet Verschwendung und Ausbeutung statt, die Auswirkungen auf das menschliche und materielle Umfeld werden nicht mehr bedacht, weil einzig und allein das Vergnügen im Vordergrund steht. Die Darstellung einer Orgie an der Nordseite des Mosesturmes im Gelände der Autobahnkirche weist darauf hin. Alle Regeln sind gefallen, erlaubt ist, was Spaß macht. Die pure Lust steht im Vordergrund.
Es ist klar, dass das nicht für alle Menschen gelten kann. Wahrscheinlich leidet die Mehrheit unter diesen Vergnügungen einer kleinen Oberschicht. Wenn Verschwendung und Ausbeutung praktiziert werden, dann gibt es Opfer, die die Kosten tragen müssen. Wenn Menschen herangezogen werden, die zum Vergnügen der anderen dienen, dann werden sie entrechtet, ihrer Würde beraubt, gedemütigt. Sie bleiben auf der Strecke und bezahlen den Preis, der den anderen vielleicht nicht einmal bewusst ist. 
Bilderwelt 335 Lageplan.jpg
In der Geschichte wurden Gesellschaften, in denen einige wenige in Saus und Braus gelebt haben und sich diese Verschwendung von den anderen, für die nichts abgefallen ist, bezahlen ließen, als dekadent bezeichnet. Sie hatten jedes Maß verloren, die Verbindung zu ihren (moralischen) Quellen abgeschnitten. Das, worauf die Gesellschaft aufgebaut ist und ihren Aufstieg ermöglicht hat, wird mit Füßen getreten. Diese Gesellschaften hatten ihre Blüte überschritten und waren dem Verfall geweiht. Ihre Feste, ihre Orgien waren ein letztes selbstsüchtiges Aufflackern. Es scheint wie ein Tanz auf einem Vulkan, der jeden Moment ausbrechen kann und all das hinwegfegen wird. Ist das für uns so weit hergeholt? Wehret den Anfängen!
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.