Taufe für den Retter

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Mit der Taufe im Jordan beginnt das öffentliche Wirken Jesu. Von Anfang war er umstritten und viele stellten sich die Frage, der wir, zweitausend Jahre später, auch nicht ausweichen können: »Ist Jesus wirklich der, der kommen soll? Ist Jesus der Sohn Gottes?« Auf diese Frage muss jede und jeder seine eigene Antwort finden. Ein Hinweis kann die Darstellung am Johannes-Turm bei der Autobahnkirche geben: Wir sehen Jesus im Wasser stehen, das ihn wie eine Decke einhüllt. Von oben treffen ihn Strahlen. Dazu kommt das Zeugnis des Täufers, zu dem Jesus an den Jordan gekommen war: »32 Johannes machte dazu folgende Zeugenaussage: ›Ich sah, dass der Geist Gottes wie eine Taube vom Himmel auf ihn kam und bei ihm blieb. 33 Vorher wusste ich nicht, dass er es war. Aber Gott, der mir den Auftrag gab, mit Wasser zu taufen, hatte zu mir gesagt: 'Wenn du einen siehst, auf den sich der Geist niederlässt und bei dem er bleibt, dann weißt du: Das ist der, der mit dem Heiligen Geist tauft.' 34 Das habe ich gesehen‹, sagte Johannes, ›und ich verbürge mich dafür, dass dieser der Sohn Gottes ist.‹« (Johannes 1,32-34, Übersetzung Gute Nachricht)
Die Erfahrung, die hier mitgeteilt wird, ist einzigartig. Johannes erkennt denjenigen, der verheißen wurde. Wie, das können wir nicht sagen. Es wird ihm klar, als er Jesus tauft, als er ihm die Gegenwart Gottes zugesprochen hat. Jesus taucht in diese Präsenz Gottes ein, so wie er ins Wasser eintaucht, das ihn umgibt. Dieses Bild beschreibt, um was es geht. 
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Jesus braucht dieses Zeichen, vielleicht braucht er auch die Erfahrung des Wassers, um zu spüren, was es heißt, in der Gegenwart Gottes zu sein. So wie es Johannes klar wird, dass er von Gott geliebt und auserwählt ist, erfährt Jesus diese Kraft, die ihn umgibt und erfüllt. Es ist ein tröstliches Bild, dass selbst Jesus diese Erfahrung braucht, dass nicht alles von vorne herein vorgegeben ist. Es ist eine Erfahrung, die er machen musste und die uns  - glücklicherweise - nicht erspart bleibt. Wir können erfahren, dass wir von Gott auserwählt sind, dass wir von Gott geliebt, dass wir in die Gegenwart Gottes eintauchen können wie in einen Strom mit Wasser. 
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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