Vom Chaos zur Ordnung

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Wie erleben wir unseren Alltag? Ist er eher geordnet oder doch durch und durch chaotisch? Wir wünschen uns Ordnung, wir versuchen das zu verwirklichen, was wir unter Ordnung verstehen. Manchmal gelingt das, manchmal nicht. Diese Unverfügbarkeit der beiden Prinzipien Ordnung und Chaos und die Zufälligkeit, der wir ausgeliefert sind, drängt uns dazu, über Religion und Spiritualität eine Lösung für dieses Dilemma zu finden. Religion schenkt mit ihren Traditionen und Ritualen eine gewisse Ordnung. »So wie jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit!« Lautet der Leitspruch. Spiritualität schenkt die Gelassenheit, auch mit Durcheinander und Ungeklärtem leben zu können. Hier heißt es eher: » Es ist gut so, wie es jetzt gerade ist.« Oder: »Es ist so, wie es ist!«
Das zentrale Fenster in der Autobahnkirche setzt diese Lebenserfahrung, in der wir hin- und hergerissen sind, ins Bild. Rechts sehen wir geordnete Verhältnisse, links das unstrukturierte Chaos. In der Mitte ist das Glaubenssymbol, das Lamm. Es wendet sich dem Chaos zu, ja es geht sogar in Richtung Chaos, als würde es sagen: Dort, wo es war, dort ist es geordnet. Aber, und das ist ganz wichtig, umsonst gibt es diese Ordnung nicht. Das Lamm trägt eine große Wunde, der Weg, den es gegangen ist, war verletzend. Diese Verletzung ist dem Chaos näher als der Ordnung, was die Frage aufwirft, ob das Chaos verletzend ist, oder ob es notwendend ist, dass man verletzt wird, wenn man Ordnung schafft. 
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Wie auch immer, beides ist möglich. Es erübrigt sich auch die Frage, was nun besser ist. Laut den physikalischen Gesetzen ist Unordnung und Chaos der Normalzustand mit der geringsten Energie, so dass am Ende alles wieder darauf hinausläuft. Ordnung ist schwierig, und trotz allem Wunschdenken nicht sehr stabil. Auch das ist eine Erfahrung, die wir tagtäglich machen. Es wird wohl immer eine große Arbeit und Herausforderung sein, für eine Ordnung einzutreten und sie zu halten.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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