Wie wirklich ist Gott?

Ein Thron ist ein wichtiges Zeichen für Herrschende. Wer darauf Platz genommen hat, kann einen Herrschaftsanspruch erheben und von den Untertanen Gefolgschaft verlangen. Zeiten, in denen Throne unbesetzt waren, galten oft als schwierig, weil darum gestritten und Kriege geführt wurden. Meist war das dann der Fall, wenn kein Nachfolger bekannt war, weil das Herrschergeschlecht, das den Thron weitervererbt hatte, ausgestorben war. Wer auf dem Thron saß, konnte herrschen, er oder sie hatte die Macht, zu wirken. Und wenn der Thron leer ist, ist auch die Macht unwirklich, sie wirkt nicht mehr. Wenn der Thron Gottes in der Autobahnkirche im Nordfenster leer ist, dann kann man daraus schlussfolgern, dass auch Gott unwirklich ist, dass Gott die Wirksamkeit verloren hat.
Das entspricht unseren Überlegungen als moderne Menschen. Sehen wir Gott noch am Wirken oder ist Gott unwirklich? Wir können beides nicht beweisen, weder die Wirklichkeit, noch die Unwirksamkeit. Wir müssen beides denken. Es hilft nicht weiter, wenn wir von der Macht Gottes sprechen, denn die wird kaum noch als wirksam erlebt. Gläubige stehen immer wieder vor der unlösbaren Aufgabe, zuj zeigen, dass und wie Gott wirkt. Sie können das nur, wenn sie sich auf ihre eigene Erfahrung beziehen, die aber subjektiv ist und von anderen nicht nachvollzogen werden kann. Genau hier liegt auch ein Lösungsansatz. 
Der leere Thron zeigt uns, dass wir nicht selbstverständlich davon ausgehen können, dass Gott wirkt. Von einem leeren Thron kann ich nicht erwarten, dass er wirkt, noch weniger, dass Gott, der oder die darauf Platz findet, auch wirklich ist. Wir werden für uns und unser Leben angefragt, ob und wie wir Gott am Wirken sehen. Dazu gehört, ob wir in allem, was Geschichte ausmacht, die Hand Gottes sehen, die gestaltet. Ist dieses Handeln unwirklich, kommen Zweifel an der Welt, an unseren Überlieferungen und Traditionen. Das müssen wir aushalten. Wir können Gott nicht beweisen, aber wir finden Wege und Erklärungen, die mit uns selbst zu tun haben und die unserer Erfahrung entsprechen. Wir können beim Betrachten des leeren Thrones fragen: »Wie wirklich ist Gott für mich?«
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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