Gesund und heil

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Es ist eine Sehnsucht aller Menschen, möglichst gesund zu sein und vor Schaden bewahrt zu bleiben. Sie investieren viel Energie und Geld in diese Sehnsucht. Neben gesunder Ernährung, Sport, verschiedenen Hilfsmitteln und Medikamenten verspricht man sich von religiösen Praktiken viel, um dieses Ziel zu erreichen. In dieser Haltung steckt auch eine tiefe Sehnsucht nach Heil-Sein. Vielleicht besteht darin eine der größten Versuchungen der Menschheit. In den Fenstern der Ostseite der Autobahnkirche sehen wir die drei Versuchungen Jesu. In der zweiten wird Jesus vom Teufel auf die Mauer des Tempels gestellt. Er solle sich doch hinabstürzen, denn die Engel werden ihn auffangen, so steht es in der Heiligen Schrift. Jesus antwortet darauf, dass man Gott nicht auf die Probe stellen soll. Diese kleine Geschichte zeigt, wie wir mit der Sehnsucht nach Gesundheit umgehen können.
Gesundheit ist ein hohes Gut, das höchste, wenn sie gefährdet ist. Aber sie ist auch nicht selbstverständlich und man kann froh sein, wenn man gesund ist. Deshalb wünschen wir uns das an Geburtstagen und anderen Lebenswenden. Aber habe ich einen Anspruch darauf? Kann ich mir die Gesundheit verdienen oder erkaufen? Sicher, ich kann einiges dafür tun, dass ich gesund bleibe und mir meine Leistungsfähigkeit erhalten. Ich kann mich gut ernähren, Sport treiben, ein Leben im Ausgleich zwischen Freizeit und Arbeit führen. Vielleicht bleibe ich dann gesund, doch eine Garantie dafür gibt s nicht. 
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Das Leben hält ja auch andere Gefährdungen bereit, denen ich nicht ausweichen kann. Viele Krankheiten kommen unverhofft. Es gibt keine Erklärung, warum sie gerade jetzt mich in dieser Situation treffen. Ja, wir können uns Gesundheit wünschen, sie einander zusagen, und nein, wir haben keinen Anspruch darauf. Gesundheit ist nicht erzwingbar, schon gar nicht mit Religion. Etwas anderes kann Spiritualität geben: Das Bewusstsein von Heil-Sein. Das ist nicht das gleiche wie gesund. Heilsein bedeutet, dass ich, was immer auch geschieht, nicht verloren gehen werde. Es ist die Gewissheit, dass ich geborgen bin, dass ich im Göttlichen aufgehoben bin, dass ich jetzt schon bei Gott bin. Dann kann geschehen, was will, mir wird es nicht schaden. Wir müssen keinen Handel mit Gott eingehen und der Versuchung nachgeben. Gott ist schon da.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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