Über allem das Kreuz

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Wenn auf dem Turm oder wie bei der Autobahnkirche auf dem Dach ein Kreuz steht, dann wissen wir, dass es sich bei diesem Gebäude wohl um eine Kirche handelt. Das Kreuz stellt dann den höchsten Punkt des Bauwerkes dar und zeigt, was wichtig ist. Es ist ein Erkennungszeichen für die Religion und gleichzeitig auch ein Glaubensbekenntnis. Nicht nur beim Segen wird es mit der Glaubensformel »Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.« begleitet, sondern es schwingt mit, wann immer wir es sehen. Es ist das Bekenntnis zu Gott, nach christlichem Verständnis in drei Personen, drei Wesenheiten oder Erscheinungsweisen erfahrbar. Wenn das Kreuz gezeigt wird, bekennen wir, dass wir Gott in unserer Gegenwart erleben können. Doch dieses Bekenntnis zum dreifaltigen Gott ist nicht das zentrale Glaubensgut. Das Kreuz und besonders das leere Kreuz steht für das Grundereignis des christlichen Glaubens, für Tod und Auferweckung Jesu. Es ist das Bekenntnis zum Handeln Gottes, dass Jesus, der unschuldig zum Tod verurteilt wurde und am Kreuz gestorben ist, nicht im Tod bleibt, sondern Anteil am Leben für alle Zeit hat. 
Über der Autobahnkirche thront ein schlichtes Kreuz aus Rundstahl, das auf einer symbolisierten Weltkugel thront. Damit wird kein Herrschaftsanspruch einer Religion über die ganze Welt erhoben. 
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Hier wird vielmehr der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass Gott lebendig ist und überall, in allen Menschen, in der ganzen Schöpfung, im Kosmos gegenwärtig ist. Es wird ausgedrückt, dass diese Botschaft der ganzen Welt gilt. Sie macht nicht Halt vor geografischen, nationalen oder religiösen Grenzen. Die Präsenz Gottes geht alle an und findet ihren Ausdruck im Glauben aller Menschen. Ob das jetzt durch das Kreuz, einen Halbmond, einem Davidsstern oder einem anderen Symbol ausgedrückt wird, ist dabei nebensächlich. Diese Orte haben einen besonderen Platz in einer Tradition, in der von der Gegenwart Gottes erzählt wird. Für die christliche Tradition drückt das Kreuz, das alles überstrahlt, die Hoffnung aus, dass das Leben über den Tod siegt, dass überall die Gegenwart Gottes erfahrbar ist. Unter diesem Kreuz versammeln sich Christen zum Gebet und zur Feier der Gemeinschaft. Hoffentlich nicht nur sie.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.
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