Lebenslust und Lebensfreude

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Die Gesichter, von denen wir sehr viele an der Autobahnkirche entdecken können, haben einen vielfältigen Ausdruck. An der Mosetreppe zur Krypta hinunter sehen wir einen freundlichen Menschen, der uns, wie es scheint pfeifend entgegen blickt. Der Ton kommt aus seinem Mund und hallt in der ganzen Kirche wider. Normalerweise würden wir das als störend empfinden, wenn man es richtig hören würde. Aber warum? Wenn Pfeifen ein Ausdruck der Lebensfreude ist, dann ist doch auch eine Kirche der rechte Ort, an dem man es hören darf. Aber wir verbinden mit Kirchenräumen oft Besinnlichkeit und vor allem Ernsthaftigkeit. Nichts soll die andächtige Atmosphäre der anderen Welt, in die wir eintauchen wollen, stören. Wir sind es gewohnt, die Erhabenheit des Ortes nicht mit weltlichen Dingen zu stören. Alles, was mit sinnlichem Erleben, mit Lust und Körperlichkeit zu tun hat, soll daraus verbannt bleiben.
Doch mit dieser Haltung nehmen wir uns eine wichtige Erfahrungsebene. Diese Ebene hat etwas Göttliches an sich. Wenn wir uns auf die biblische Botschaft berufen, ist unsere Körperlichkeit, unsere Lust und unsere Sinnlichkeit Teil dessen, was Gott geschaffen hat. Als Menschen dürfen wir nicht Teile von uns abspalten, weil sie scheinbar nicht zu uns gehören oder der Moral einer bestimmten Zeit widersprechen. Wir können doch lernen, als die Menschen da zu sein, als die wir geschaffen wurden. 
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Dass wir uns verändern können, dass wir ein großes Wandlungspotential haben, steht außer Frage. Auch unsere scheinbaren Schatten bedürfen der Erlösung. Der Pfeifer in der Autobahnkirche erinnert uns daran, dass wir andere Seiten haben, die wir leben können, leben dürfen und leben müssen. Vielleicht nicht an jedem Ort und zu jeder Zeit. Wo und wann das ist, müssen wir doch selbst herausfinden. Da treten wir in einen Dialog mit anderen Menschen, mit Gebäuden und mit Gott ein. Das ist ein Gespräch, das keine vorgefertigten Antworten kennt. Auf vorgefertigte Antworten, die meist mit dem Wort »weil« beginnen, kann man dann getrost pfeifen.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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