Kommt ein Vogel geflogen

Ein Vogel bringt einen kleinen Blumengruß. So sieht man es auf der Christophorus-Stele in der Autobahnkirche. Zunächst einmal ein Bild mit viel Humor. Doch welche Bedeutung könnte dieser Blumengruß haben? Christophorus ist der Schutzpatron der Reisenden. Der Legende nach trug er Christus über einen reißenden Fluss auf seinen Schultern und fand so die Aufgabe seines Lebens. Das, was er im Großen tut, tut dieser Vogel im Kleinen. Er überbringt eine Blume dorthin, wo sie hin soll. Christophorus meinte, unter der Last, die ihm zunehmend schwerer wurde, zusammenzubrechen. Der Vogel stellt das Gegenteil dar. Die Blume ist leicht, sie kann einfach überbracht werden. Es ist nicht die ganze Last der Welt, die weitergegeben wird. Es ist ein kleiner Gruß, eine Kleinigkeit, aber ein großes Geschenk trotz allem und, das darf nicht vergessen werden, ein Zeichen der Liebe. Der Vogel ist der Bote, der den Liebesgruß überbringt, wie es in dem Lied »Kommt ein Vogel geflogen« heißt..
Christophorus fand die Aufgabe seines Lebens, er wusste, dass er fortan nur noch Christus dienen will, er wurde zum Christusträger. Mit der Blume im Schnabel fordert uns der Vogel auf, es ihm gleichzutun. Wir sind auch Christusträger. Wir sollten diese Aufgabe nicht als ast sehen, sondern als etwas, das uns leicht fällt, das wir mit der Unbeschwertheit eines Vogels tun können. Emil Wachter fordert uns auf, die Leichtigkeit der Botschaft zu begreifen. 
Das bedeutet nicht, dass wir über alles Schwere hinwegsehen müssen. Im Gegenteil. Das ist und bleibt Teil unseres Lebens und muss bewältigt werden. Christophorus hat seine Last ja auch über den Fluss getragen, obwohl es ihm fast zu viel wurde. Die Sichtweise des Vogels bei einer solch schweren Aufgabe lädt dazu ein, nicht nur das Belastende zu sehen, sondern auch das Leichte. Es ist ja auch die Freude darüber, dass es weitergehen kann, dass sich Dinge weiterentwickeln. Es ist die Freude über das Geschenk des Lebens überhaupt. Hier sind wir mit Menschen aus Westafrika verbunden, die beten: »Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.«
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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