Geordnetes Chaos

Auf den ersten Blick erscheint das Bild in der Mitte der westlichen Fensterfron in der Autobahnkirche sehr einheitlich. Das Bild vom Lamm strahlt Ruhe und Ordnung aus, man ist auf diese Mitte fokussiert. Bei genauerem Hinsehen merkt man aber, dass sich die rechte und die linke Seite unterscheiden. Während die Struktur rechts sehr geordnet erscheint, ist die linke Seite sehr viel chaotischer. Man erkennt noch einzelne Formen und Strukturen, zu denen sich die Mosaiksteine der Fenster ordnen, aber es scheint, als ob diese Seite noch im Fluss ist, nach einer Ordnung sucht. Wir finden viele goldene Elemente, die für die göttliche Gegenwart stehen, wir sehen ein größeres schwarzes Feld, es tauchen rote und blaue Mosaiksteine auf, die für die menschliche und irdische Seite der Offenbarung stehen.
Alles ist hier noch im Fluss, es zielt auf eine Ordnung hin, die sich erahnen lässt, die aber noch nicht vollkommen sichtbar ist wie auf der rechten Seite. Von dieser Dynamik lebt dieses zentrale Bild in der Autobahnkirche. Ordnung und Chaos liegen nebeneinander, es ist noch nicht alles so, wie es sein sollte. Nimmt man diese halb chaotische, halb geordnete Struktur für sich, dann macht sie nachdenklich und gibt vielen Gedanken Raum. Wie könnte eine spätere Ordnung aussehen? Was setzt sich am Ende durch? Das Göttliche? Das Menschliche? Oder das Irdische? 
Diese Betrachtung geht davon aus, dass die Ordnung das Ziel des Ganzen ist. Was ist, wenn es umgekehrt ist? Wenn unsere Leserichtung nicht wie üblich von links nach rechts sondern andersherum geht? Dann ist nicht die Ordnung das Ziel, sondern eher das Chaos. Das gibt den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft recht, die behaupten, dass das Chaos, das Durcheinander das niedrigste Energielevel hat und alles dahin strebt. Dann wäre das Ziel der Schöpfung nicht eine große geordnete Struktur, sondern eine chaotische Dimension, in der wir alles in allem finden können. Das, was zunächst als wenig erstrebenswert erscheint, entwickelt sich zu dem, was uns neue Perspektiven eröffnet: dass alles von allem durchdrungen ist.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 06.10.2026
Kontemplation
Di. 13.10.2026
Kontemplation
Di. 20.10.2026
Kontemplation
Di. 27.10.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.