Ihr seid die Reben

Das Bild vom Weinstock ist ein gängiges Bild, das Jesus aus seiner Umwelt übernimmt. Im Johannes-Evangelium sagt er: »1 Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. 2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er weg, und jede, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie noch mehr Frucht bringe. 3 Schon an euch zeigt sich, dass ihr rein seid, weil ihr das Wort, das ich zu euch geredet, aufgenommen habt. 4 Bleibt ihr in mir, dann bleibe ich auch in euch. Wie die Rebe für sich allein und aus eigener Kraft keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie in Verbindung mit dem Weinstock bleibt: ganz ebenso ist's auch mit euch, wenn ihr nicht in Gemeinschaft mit mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, und in wem ich bleibe, nur der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.« Er betont damit den Zusammenhalt, den er mit seinen Jüngerinnen und Jüngern hat. Emil Wachter setzt dieses Gleichnis im Fenster der Südseite der Autobahnkirche um. Wir sehen den Weinstock, in dem sich die Gestalt Jesu verbirgt. Wir sehen Trauben in unterschiedlichen Farben, blaue, rote, goldene und interessanterweise auch schwarze. Vereinzelt sind die Blätter des Weinstocks zu erkennen.
Jesus ist der Weinstock. An ihm können unterschiedliche Trauben wachsen. Diese Darstellung ist ein Bekenntnis zur Vielfalt. Es geht nicht darum, dass alle gleich aussehen müssen, sondern dass an der Mitte, die Jesus darstellt, alles mögliche wachsen und reifen kann. Wir bringen Unterschiedliches hervor. Es ist und bleibt mit Jesus verbunden. Nicht die Unterschiede sind ausschlaggebend, sondern die Verbindung, die mit Jesus besteht.
Wenn wir in der Natur beobachten, wie Früchte an Weinstöcken reifen, wie sie zugrunde gehen, wenn sie die Verbindung vor der Ernte verlieren, wie sie aber auch bald verarbeitet werden müssen, wenn sie geerntet sind, dann wird auch deutlich, warum Jesus dieses Bild verwendet. Wachstum geschieht von allein, dafür können wir nichts, Wir können das Wachstum höchstens unterstützen und fördern. Am Ende aber bricht das Bild mit der Erfahrung. Bei der Weinlese wird die Traube abgeschnitten und verarbeitet. Wir jedoch bleiben in Verbindung mit Jesus, wir haben es in der Hand, ob und wie wir dieses Band aufrecht halten und was wir hervorbringen. Sind wir aktiv darum bemüht?
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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