In Gottes Gegenwart leben

Wir können nur schwer in Worte fassen, was es heißt, in der Wirklichkeit Gottes zu leben. Wir können nicht sagen, was und wie Gott ist, noch weniger sagbar ist die Gegenwart Gottes in unserem Leben. Aber es gibt die Erfahrung, dass es so ist. Wir brauchen die Poesie, die Musik und die bildenden Künste, um Wirklichkeiten auszudrücken, die dem objektiven Begreifen und der Vernunft verschlossen bleiben. In der Nordostecke in der Autobahnkirche sehen wir einen Versuch Emil Wachters, mit den er genau das versucht. Es ist eine abstrakte Darstellung. Auf leicht goldenem Hintergrund sehen wir einzelne rote, blaue und goldene Glassplitter. In der Bildersprache der Autobahnkirche steht rot für Leben und Lebendigkeit, aber auch für die Gefährdungen des Lebens. Blau ist das, was uns als Welt umgibt, das ist nicht nur die Erde, sondern der ganze Kosmos mit allem, was ihn erfüllt. Gold schließlich ist die Farbe Gottes. Sie bildet gleichsam den Hintergrund für diese Darstellung. Sie wird von leicht blauen Glaselementen eingerahmt, als müsse sich das Göttliche noch ganz durchsetzen, es erfüllt noch nicht alles.
Göttliches ist der Urgrund, aus dem alles entspringt. Unsere Erfahrungen von Leben mit allen Licht- und Schattenseiten ist darin eingewoben. Das Rot sticht hervor und bildet gleichsam die Mitte des Ganzen. Das Leben ist ganz in Gott geborgen. Ähnlich geht es dem Blau, das neben dem Rot sichtbar wird. Und wir sehen noch zwei intensiv goldene Glasfenster. Sie stehen für intensive Gotteserfahrungen, in denen offensichtlich
wird, was Gott ist. Wir beschreiben diese Erfahrungen als Offenbarungen, in denen meist schlagartig deutlich wird, was der Sinn des Lebens und der Welt ist. Andere Traditionen sprechen von Erleuchtung. So fällt Paulus »wie vom Blitz getroffen« vom Pferd oder Elia erfährt vor der Höhle am Horeb die Macht Gottes im leichten Säuseln des Windes. Als gläubiger Mensch lässt Emil Wachter keinen Zweifel daran, dass alles, im göttlichen Rahmen stattfindet. Diese Botschaft ist tröstlich Aber es bleiben auch Zweifel, denn was sollen die großen schwarzen, nichtleuchtenden Felder?
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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