Angst vor der frohen Botschaft

Man sollte meinen, dass das, was an Ostern geschehen ist, die Menschen mit Freude erfüllt hat. Doch das Gegenteil ist der Fall. Der Evangelist Markus endet seinen ursprünglichen Bericht ziemlich abrupt und unerwartet: »1 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. 2 Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. 3 Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? 4 Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß. 5 Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. 6 Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wohin man ihn gelegt hat. 7 Nun aber geht und sagt seinen Jüngern und dem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat. 8 Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemandem etwas davon; denn sie fürchteten sich.« (Markus 16,1-8)
Die ursprüngliche Fassung des Evangeliums endet hier und das hat wohl viele verstört. Emil Wachter hat in der Krypta das Entsetzen der drei Frauen dargestellt. Sie können sich nicht darüber freuen, was geschehen ist. Sie haben nur noch Angst. Das ist verständlich, denn es ist etwas geschehen, was nicht in ihr Weltbild passt.
Das, was wir als Frohe Botschaft verkünden, dass Jesus von Gott auferweckt wurde, widerspricht unserer Erfahrung, dass der Tod das letzte Wort hat. So können die drei auch nicht begreifen, was sie sehen. Würden sie es weitererzählen, dann gelten sie sicherlich als verrückt. Also schweigen sie und haben weiterhin Angst. Würde es uns nicht ähnlich gehen, wenn wir mit einem solchen Ereignis konfrontiert sind? Wahrscheinlich nehmen diese drei Frauen als erste Zeugen der Auferstehung nur unsere Reaktion vorweg. Deshalb gilt auch für uns vor aller Frohbotschaft: »Hab keine Angst!«
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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