Lebenssplitter

In der Autobahnkirche gibt es Fenster, die auf den ersten Blick dekorativen Zwecken dienen. In diese Bilder kann man eine Deutung hineinlegen, die ein schlüssiges Ganzes ergibt. Die beiden Farben Blau und Rot tauchen in den Fenstern immer dann auf, wenn es um das Irdische, die Welt mit den blauen Glasteilen und um das Leben, den Menschen, die Liebe und den Geist mit den roten Elementen geht. Auf blauen Untergrund sehen wir hier kleine rote Splitter. Auch wenn die roten Anteile in diesem Fenster gering sind, stechen sie doch sofort ins Auge, es geht nicht um das Blau, sondern um die kleinen roten Splitter, es geht letztlich nicht um die Erde und das Irdische, um die Materie, sondern um das Leben und den Geist, die wir sofort wahrnehmen. Beides zusammen, die Materie und das Leben, und wir sollten da auch den Geist ergänzen, ergeben zusammen das, was wir als Kosmos bezeichnen. Es ist die Welt in der wir leben und mit der wir leben.
Es sind die kleinen Splitter des Lebendigen, die um Aufmerksamkeit heischen. Es ist das Leben, um das sich alles dreht, und um das, was das Leben hervorbringt. Es sind die kleinen lebendigen Splitter, die dafür sorgen, dass es weitergeht. Doch auch der Hintergrund, auf dem das Leben entsteht, ist wichtig, denn er ist der Grund, aus dem heraus sich das Leben gebildet hat. Ohne den blauen Grund, ohne die Materie, haben die einzelnen roten Splitter keinen Halt und würden ins Bodenlose zusammenstürzen. Die blaue Welt, die Materie hat das Leben hervorgebracht. Sie gibt dem Leben Halt und Orientierung.
Jeder Splitter des Lebens, wie wir ihn wahrnehmen, ist Zeugnis einer Entwicklung über Jahrmilliarden. Im Leben spiegelt sich all das wider, was war. In dem, was ist, erahnen wir auch, was sein wird. Vor allem steht die Erkenntnis, dass in jedem Lebenssplitter, und sei er noch so klein, das ganze Leben aufscheint, in seiner ganzen Größe, Vielfalt und Einzigartigkeit. So erzählt auch mein Leben von dem, was von Anfang ist, was war und was kommen wird. Es lohnt sich also ein kleiner Splitter dieses Lebens zu sein!,
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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