Flammen des Glaubens

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Wenn man nach Bildern sucht, die beschreiben, was Glauben ist, dann ist es naheliegend, dass wir auf Kerzen verweisen, die zu vielen religiösen Ritualen eine einfach dazu gehören. Wenn Kerzen angezündet werden, dann entsteht eine andere Atmosphäre, die wir mit elektronischen Alternativen nicht erreichen können. Es ist ja nicht nur das flackernde Licht, das eine besondere Stimmung erzeugt, sondern auch der Geruch von Kerzenwachs und das natürliche Aussehen einer Kerzenflamme, die Stimmung erzeugen. Zum Kerzenlicht gehört auch, dass es ein Licht ist, das gefährdet ist, denn die Flamme ist so klein, dass sie geschützt werden muss. Ein kleiner Windhauch kann sie zum Erlöschen bringen. Die Symbolik sagt noch etwas anderes: Die Kerze verbrennt sich, wenn sie leuchtet und Licht spendet. Selbst nach einem kurzen Brennen ist sie verändert und hat etwas von ihrer Substanz verloren. Ohne dass sie etwas hergibt, gibt es kein Licht und keine Wärme - und keine religiöse Stimmung.
Wenn wir all das auf die Frage nach dem Glauben beziehen, dann beschleicht uns das Gefühl, dass wir uns auf sehr gefährlichem Grund bewegen. Glaube ist gefährdet, Glaube kann hell strahlen und wärmen. Glaube kann flackern und durch Zweifel sehr viel Unruhe verbreiten. Glaube kann verlöschen. Glaube verzehrt Energie und verändert uns Menschen. Glaube kann brennen. Da spielen viele äußeren Faktoren hinein, aber auch eigene Fragen und Möglichkeiten kommen ins Spiel. So wie jede Kerzenflamme einzigartig ist, ist es auch der Glaube. Heute können wir nicht behaupten, dass es »den Glauben« gibt, der für alle verbindlich ist. Jeder findet seinen eigenen Weg, auch wenn er Vorgaben folgen kann und will.
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Es geht weniger darum, wie verbindlich eine Glaubensgemeinschaft dem einzelnen überhaupt vorschreiben kann, was und wie er zu glauben hat. Nein, wir müssen uns vor allem fragen, wie ich selbst zum Glauben stehe. Was glaube ich? Wie glaube ich? Oder bildlich gesprochen: Wie brennt meine Kerze? Von welchem Wachs wird mein Glaube genährt? Von was ist mein Glaube bedroht? Brauche ich das Licht des Glaubens überhaupt für mein Leben? Wie schütze ich meinen Glauben? Das sind viele Fragen, mit denen wir umgehen müssen. Lasst uns dafür eine Kerze anzünden!
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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