Wenn es um Fragen des Glaubens geht, sind wir eher zurückhaltend. Wir lassen uns nicht gerne ins Herz schauen und gestehen das auch anderen zu. Jeder soll doch nach seiner eigenen Façon selig werden. So berufen wir uns auf den preußischen König Friedrich II. Wir behalten unsere Glaubensüberzeugungen für uns und fragen auch nicht nach denen von anderen Menschen. Ein Gespräch kommt so natürlich nicht zustande. Aber wir haben zumindest in einem sehr intimen Bereich unsere Ruhe und müssen uns nicht äußern Das würde uns auch schwer fallen. Reicht das aus? Im ersten Petrusbrief werden wir aufgefordert, zu unserer Überzeugung zu stehen. Wir sollen sie anderen Menschen zuzumuten. Es heißt dort: »Seid immer bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand fragt, warum ihr so von Hoffnung erfüllt seid.« (1 Petrus 3,15) Wir lesen hier nicht nur von einer Pflicht, sich zu rechtfertigen, sondern positiv gewendet von der Hoffnung in uns zu erzählen.
Es geht dabei noch nicht um das Schwert, mit dem ich Argumente messerscharf auseinander nehme, auch nicht darum, im Streit um Glaubenswahrheiten unbedingt Recht zu behalten. Es geht um das Erzählen von dem, was mir gut tut, was meinem Leben einen Sinn gibt, welche Hoffnungen ich in mir trage, wonach ich mich sehne. Wenn ich davon erzähle mache ich mich natürlich angreifbar und muss mich mit anderen Menschen zusammensetzen. Doch wir müssen darüber nicht streiten, wir können unsere Schwerter steckenlassen. Wir müssen nicht kämpfen, wie es das Fenster in der Autobahnkirche nahelegt.

Aber wir müssen wach bleiben für Situationen, in denen wir gefragt sind. Nur wenn wir Hoffnungen und Visionen haben, können wir in unserer Welt handeln. Wenn wir uns darüber nicht im Klaren sind, dann wursteln wir herum ohne Plan und Ziel. Wenn wir miteinander ins Gespräch über Wünsche und Visionen, über Schicksale und Sehnsüchte, über Ziele und Hoffnungen kommen, dann gehen wir einen gemeinsamen Weg. Über Hoffnungen kann ich nicht streiten, davon muss ich erzählen und das geht nur friedlich!