Messerscharf argumentiert

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In der Geheimen Offenbarung des Johannes ist ein Menschensohn beschrieben, der in der Endzeit kommen soll. Ein wichtiges Kennzeichen sind die Attribute, an denen man ihn erkennt. »Er hielt sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Mund kam ein scharfes, beidseitig geschliffenes Schwert. Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne am Mittag.« (Offenbarung 1,16) Das Schwert, das aus dem Mund kommt, ist ein Bild, das seither immer wieder bemüht wird, wenn es darum geht, Gespräche zu beurteilen. Wie oft wird da mit »scharfer Klinge« argumentiert, wie oft das »feine Florett« oder das »grobe, aber scharfe Schwert« herausgezogen. Das Gespräch gilt heute als neue und angemessene Form der Konfliktlösung herangezogen, anstelle des (Schwert-)Kampfes, der früher darum geführt wurde, wer Recht hat.
Es ist ein Fortschritt, dass wir Konflikte nicht mehr mit Gewalt lösen. Wir haben gelernt, den Dialog einem offen ausgetragenen Kampf vorzuziehen. Doch wenn man genauer hinschaut, dann wird heute kaum mehr um die besseren Argumente gerungenen, sondern darum, Recht zu behalten. Dabei wird mit der Sprache verletzt, sicherlich nicht gleich mit tödlichen Folgen, aber doch so, dass Menschen darunter leiden, sozial ausgegrenzt und diskriminiert werden. Das Schwert, das aus dem Mund kommt, ist genauso mächtig und verletzend wie das, das mit der Hand geführt wird. Wir müssen neu überlegen, wie wir Sprache einsetzen.
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Dient sie lediglich dazu, den offenen Krieg zu verhindern oder werden damit neue Türen geöffnet? Es kommt heute darauf an, eine neue Kultur des Gesprächs zu finden, die weniger kampf- sondern eher konsensorientiert ist. Solange wir Bilder verwenden, die den gewalttätigen Kampf zum Vorbild haben, wird das Ergebnis immer Sieger und Verlierer produzieren. Der Kern der christlichen Verkündigung lehrt uns etwas anderes. Es ist die Liebe, die Menschen zusammenbringt. Da hilft uns die Sprache, nicht der Kampf, der entzweit.
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Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.
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