Weihnachtlich leben

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Für viele Menschen ist Weihnachten die schönste Zeit des Jahres. Durch die vielen Feiertage, den Jahreswechsel und die Stimmung allgemein wird man eher ruhiger oder erhofft sich das zumindest. Viele sind aber auch froh, wenn diese Zeit wieder vorbei ist und alles seinen normalen Gang geht. Eines der vielen Sinnbilder, die uns in der Weihnachtszeit begleiten, ist die Krippe. Sie stehen in den Wohnungen und den Kirchen und zeigen uns ein Geschehen, das wir uns sonst nur schwer vorstellen können. Zwei, drei Wochen lang oder in den Kirchen vierzig Tage lang wird Weihnachten sichtbar und in gewisser Weise auch begreifbar. Was ist, wenn die Krippen wieder abgebaut sind und alles normal läuft? Dann brauchen wir Darstellungen, die das ganze Jahr über sehen können, so wie diejenige in der Krypta der Autobahnkirche von Emil Wachter.
Das Kind in der Krippe, Maria und Josef, die es betrachten, vielleicht noch Ochs und Esel. So können wir die Krippe das ganze Jahr sehen. Aber reicht es nicht, wenn wir uns auf die weihnachtliche Zeit beschränken und Weihnachten ansonsten beiseite lassen? Das ganze Jahr an den Stress, den Weihnachten bereitet, erinnert werden? Was an Weihnachten geschieht, das geht uns jeden Tag an. Der Mystiker Meister Eckhart hat immer wieder betont, dass wir bereit sein sollten, Gott zu jeder Zeit in unserer Seele zur Welt kommen zu lassen, nicht nur an Weihnachten. Nur wenn unsere Einstellung die ist, dass wir es sind, durch die Gott Mensch wird, dann wird Weihnachten Wirklichkeit. Da reicht es nicht, zwei Wochen im Jahr Weihnachten zu feiern, sondern Menschwerdung an jedem Tag des Jahres zu realisieren. Wir können uns jeden Tag bewusst machen, dass wir Töchter oder Söhne Gottes sind, dass Gott in uns, ganz konkret in mir, menschliche Gestalt angenommen hat. Ich muss nicht etwas Besonderes leisten, sondern es reicht aus, sich dieser Tatsache zu vergewissern.
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Ich lerne zu entdecken, was schon längst geschehen ist, das ich bisher aber noch nicht so gesehen habe. Krippendarstellungen, über die ich das ganze Jahr stolpere, laden mich ein, meine ganze Existenz von Weihnachten her zu denken und zu verstehen. Ich bin Kind Gottes. In mir ist Gott zur Welt gekommen. Krippen führen uns vor Augen, was es heißt, weihnachtlich zu leben, und zwar das ganze Jahr hindurch, das ganze Leben lang. Wir führen eine weihnachtliche Existenz!
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.
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