Es gehört wohl zu den schönsten Bildern, die Geborgenheit vermitteln: Das Vogeljunge, das im Nest sitzt und von den Eltern gefüttert wird. Solch eine Darstellung sehen wir am Elia-Turm. Ein Nest drückt Heimat und Zugehörigkeit aus, ich weiß, wo ich hingehöre, wenn ich ein Nest habe. Diesen Gedanken griff Emil Wachter am Elia-Turm auf, kehrt ihn aber in seiner Aussage in sein Gegenteil um. Er beschreibt das Prophetenschicksal. Ein Prophet weiß eben nicht mehr, wo er hingehört. Durch seine Berufung ist er seinem bisherigen Umfeld entrissen. Seine Erfahrungen machen es ihm unmöglich, wieder in sein altes Leben zurückzukehren. Er hat sein Nest verloren und geht einer ungewisse Zukunft entgegen. Jesus bringt diese Erfahrung auf den Punkt, wenn er sagt: »Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.« (Lk 9,58) Jesus hat alle Sicherheit verloren und sein Schicksal gibt ihm Recht. Er wird gekreuzigt und stirbt. Auch Elia hat keine sichere Stätte. Immer wieder muss er fliehen, weil sein Leben bedroht ist.
Man könnte jetzt sagen, dass ein Prophet selbst Schuld daran ist, nimmt er doch kein Blatt vor den Mund und sagt, was ihm aufgetragen wurde. Er handelt aber in einem höheren Auftrag. Deshalb ist auch kein Prophet wirklich froh, wenn er auserwählt wird und eine Zeitansage an die Mächtigen seiner Zeit machen muss. Er verliert alles, was ihm hier im Leben Schutz und Sicherheit gibt. Auch wenn sie etwas viel Wichtigeres gewinnen mögen - man kann darüber streiten, was das sein kann - so verlieren sie auf jeden Fall die Geborgenheit, die Ruhe und die Sicherheit. Das Nest ist verloren. Elia hadert deshalb immer wieder mit seinem Schicksal. Er wünscht sich den Tod herbei, er flieht in den hintersten Winkel des Landes, er versteckt sich bei einer Witwe. Aber er kann seinem Schicksal nicht entrinnen. Gott holt ihn, so weiß er, immer wieder ein und bringt ihn zurück auf seinen Weg, den er zu gehen hat. Und warum das Ganze? Er tut es, damit alle anderen ein Leben in Sicherheit, Geborgenheit und ohne Angst führen können. Propheten bauen für die, die ihnen anvertraut sind, ein Nest und wissen, dass sie von diesem Nest überhaupt nichts haben. Propheten haben ein undankbares Los. Kein Wunder, dass sie sich mit Händen und Füßen gegen ihren Auftrag wehren. Wer würde all das gerne auf sich nehmen?
Man könnte jetzt sagen, dass ein Prophet selbst Schuld daran ist, nimmt er doch kein Blatt vor den Mund und sagt, was ihm aufgetragen wurde. Er handelt aber in einem höheren Auftrag. Deshalb ist auch kein Prophet wirklich froh, wenn er auserwählt wird und eine Zeitansage an die Mächtigen seiner Zeit machen muss. Er verliert alles, was ihm hier im Leben Schutz und Sicherheit gibt. Auch wenn sie etwas viel Wichtigeres gewinnen mögen - man kann darüber streiten, was das sein kann - so verlieren sie auf jeden Fall die Geborgenheit, die Ruhe und die Sicherheit. Das Nest ist verloren. Elia hadert deshalb immer wieder mit seinem Schicksal. Er wünscht sich den Tod herbei, er flieht in den hintersten Winkel des Landes, er versteckt sich bei einer Witwe. Aber er kann seinem Schicksal nicht entrinnen. Gott holt ihn, so weiß er, immer wieder ein und bringt ihn zurück auf seinen Weg, den er zu gehen hat. Und warum das Ganze? Er tut es, damit alle anderen ein Leben in Sicherheit, Geborgenheit und ohne Angst führen können. Propheten bauen für die, die ihnen anvertraut sind, ein Nest und wissen, dass sie von diesem Nest überhaupt nichts haben. Propheten haben ein undankbares Los. Kein Wunder, dass sie sich mit Händen und Füßen gegen ihren Auftrag wehren. Wer würde all das gerne auf sich nehmen?













