Wir kennen unterschiedliche Haltungen für das Gebet. Neben den gefalteten Händen können wir mit Händen und Armen, aber auch mit dem ganzen Körper verschiedene Aspekte des Betens ausdrücken. Emil Wachter stellt an einem der Betonstühle in der Autobahnkirche einen betenden Menschen dar. Dieser hat die Arme vor der Brust gekreuzt. Diese Gebetshaltung wird oft dann verwendet, wenn man das stille, innerliche Gebet darstellen will. Die gekreuzten Arme erzählen von Sammlung und Innerlichkeit. Sie sind ein Schutz vor dem Außen, ich möchte alles ausblenden, was mich von der Konzentration auf mein Innerstes, auf Gott ablenken kann. Wenn dabei die Handflächen auf der Brust zu liegen kommen, dann drückt das nicht Ablehnung von anderen aus, sondern ist eher ein Ausdruck des nach innen gewandten Blickes.
Wir finden diese Gebetshaltung seltener im Gottesdienst, oft aber im stillen Gebet, das Betende »in der kleinen Kammer« verrichten. Dabei lasse ich meinem Körper die Form finden, die ihm hilft, sich selbst besser wahrzunehmen. Die geschlossene Form, die bei dieser Gebetshaltung entsteht, ist eine Hilfe, um nach innen zu schauen. Aber nicht nur das. Ich gebe meinem Körper auch die Energie zurück, die ich im Kontakt zu einem Mitmenschen eher dorthin schicken würde, wenn ich jenem die Hand reiche. Ich muss auch niemanden an den Händen fassen, wenn wir nebeneinander stehen.

Jetzt bin ich nur mit mir in Kontakt. Ich reiche mir selbst die Hand und verbinde mich mit mir. Ich beziehe mich ganz auf mich selbst, denn ich bin der Ort, an dem ich Gott erfahre und an dem Gott lebt. Die gekreuzten Arme zeigen mir: »Wenn Du ganz bei dir selbst bist, dann ist Gott dir ganz nah.« Ob das dann auch wirklich so erfahren wird, steht auf einem ganz anderen Blatt, aber wir können diese Gotteserfahrung nicht vom Körper trennen. Wenn ich etwas außen im Körper vollziehe, dann wirkt sich das auch auf das Innen aus. So kann ich mich mit mir, meinem inneren Menschen, mit meiner Seele verbinden.