Am Boden zerstört

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Unter dem mit Dornen gekrönten Jesus sehen wir in der Krypta der Autobahnkirche einen Petrus, der im wahrsten Sinne des Wortes am Boden zerstört ist. Er hat die Hände vors Gesicht geschlagen. Er liegt in sich gekrümmt auf dem Boden, er kann all das nicht mit ansehen, was passiert. Er hat zwar keine direkte Schuld daran, dass Jesus verurteilt wird, doch er wirft sich vor, dass er sein Versprechen nicht gehalten hat und nicht zu Jesus und seiner Botschaft gestanden ist, als es darauf ankam. Er hat ihn verleugnet und sich selbst in seine Angst geflüchtet. Als es zu spät ist, tut es ihm Leid und er bereut zutiefst. Im Matthäus-Evangelium heißt es: »73 Wenig später kamen die Leute, die dort standen, und sagten zu Petrus: Wirklich, auch du gehörst zu ihnen, deine Mundart verrät dich. 74 Da fing er an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Gleich darauf krähte ein Hahn 75 und Petrus erinnerte sich an das Wort, das Jesus gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.« (Mt 26,73-75, Übersetzung Gute Nachricht)
Wir wissen oft erst hinterher, wie wir handeln sollten, doch dann ist es zu spät. Wir werfen unsere Vorsätze schnell über Bord, wenn wir es mit der Angst zu tun bekommen, wenn es uns zu unbequem erscheint oder wenn wir uns einen schnellen Vorteil erhoffen. Das ist menschlich. Und die Reaktion dann auch. Das Bedauern, auch wenn es erst hinterher kommt, verändert die Situation. Möglicherweise führt es dazu, dass ich das nächste Mal wacher bin, wenn es eng wird. Wir kennen die Gefühle, die uns beschleichen, wenn wir das, was wir tun sollten, doch nicht tun.
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Dann ist es gut, bewusst zu handeln. Ich verstehe den Impuls des Petrus, sich nicht zu offenbaren, weil es ihm an den Kragen gehen würde. Ich sehe mich in ihm wieder. Ich kenne aber auch das Gefühl des Bedauerns, dass ich etwas wieder einmal nicht geschafft habe. Ich unterdrücke dann den Impuls, das, was ich selbst als richtig erkannt habe, auch umzusetzen. Da macht es einen Unterschied, ob es um Menschenleben geht oder um den Griff ins Süßigkeitenregal. Doch es fühlt sich sehr ähnlich an. Wahrscheinlich kann ich bei den Süßigkeiten üben, was anderswo dem Leben dient.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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