Alles nur die Schuld von Eva?

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Die Erzählung vom Sündenfall aus dem Buch Genesis hat im Verlauf der Geschichte viel Unheil angerichtet. Mit dieser Geschichte wurde begründet, warum die Frau dem Manne untergeordnet sei und dass sie den Adam zum Übertreten des göttlichen Gebotes animiert hätte. Auch dass die Frau einen schwachen Charakter hätte und damit den Einflüsterungen des Bösen viel leichter erliegen würde als der Mann. All das ist natürlich Unsinn und kann heute nicht mehr ernsthaft behauptet werden. Solche Deutungen haben dazu beigetragen, dass es hauptsächlich Frauen waren, die während der Hexenverfolgungen grausam gefoltert und ermordet wurden. Es liegt aber in der Natur von solchen Geschichten, dass sie auf diese Weise im kollektiven Gedächtnis bleiben und wider besseres Wissen immer wieder weitergegeben werden.
In der Erzählung des Buches Genesis ist es das erste Menschenpaar, das gemeinsam entscheidet, sich über das göttliche Verbot, von den Früchten des Baumes des Lebens zu essen, zusetzen. Beide erkannten sich als nackt und müssen miteinander die Folgen der Vertreibung aus dem Paradies ertragen. Diese Geschichte wurde ursprünglich erzählt, um zu erklären, warum die Menschen unter schwierigen Bedingungen leben müssen, warum es Schmerz, Leid und Tod gibt, und warum auch am Beginn eines neuen Lebens so viel Schmerz steht.
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Sicher lassen sich in der Paradieseserzählung patriarchale Strukturen finden, so wird Eva als Gehilfin des Mannes bezeichnet und aus seiner Rippe geschaffen, nicht aus Ackerboden wie bei Adam. Aber das geht ohne Schuldzuschreibungen zu. Ein Denken aber, das mit Schuld arbeitet und diese fast ausschließlich den Frauen zuschreibt, können wir heute getrost beiseite lassen. Es muss uns aber bewusst sein, dass es immer noch präsent ist. Deshalb müssen wir darauf achten, wie wir diese Geschichte erzählen.
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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