Schau hin und handle

Bilderwelt 199 ABK Elia-Tuer N - Augen und Hand 1zu5.jpg
Wer über die Nordseite die Autobahnkirche betritt, öffnet das Portal mit einem Griff, auf dem zwei Augen und eine Hand abgebildet sind. Es ist eine Aufforderung hinzuschauen und tätig zu werden. In unserer Zeit beschränken wir uns allzu oft auf das Sehen. Durch die modernen Medien sind wir in der guten Lage, dass wir ganz viel sehen und erleben können. Wir bekommen in kürzester Zeit alles mit, was auf der Erde und um uns herum passiert. Wir sind rundherum informiert und können von der gemütlichen Couch aus auf den Bildschirm blicken und sehen, wie an anderen Orten Menschen mit einer Katastrophe kämpfen, wie sie vor Waffengewalt fliehen, wie sie sich gegen Unterdrücker und Ungerechtigkeit wehren oder wie sie mit Waffen ermordet werden. Wir können das alles sehen.
Das Schlimme dabei ist, dass wir uns an diese Bilder gewöhnen, wir sehnen uns fast schon nach dieser Art von Nachrichten und lassen sie in unser Bewusstsein einsinken. Wir merken dabei kaum, wie wir diese Bilder brauchen, um gut unterhalten zu sein. Der Schrecken, so lange er uns nicht selber trifft, ist gut zu ertragen. Wenn es gar zu schlimm wird, kann ich ja den Kanal wechseln. Wir werden aber auch lethargisch. Wir können nicht eingreifen, wir sind ohnmächtig. Das, was geschieht, geschieht. Ich kann es nicht ändern, geschweige denn verhindern. Wir glauben, dass wir so vieles tun können und merken doch, wie sehr uns die Hände gebunden sind.
Das Bild an der Elia-Tür sagt uns etwas anderes. Es fordert auf, richtig hinzuschauen. Wir sollen das, was passiert, im besten Sinn des Wortes wahrnehmen. Das, was geschieht, ist die Wirklichkeit, die uns herausfordert, der wir uns stellen müssen.
Bilderwelt 199 Lageplan.jpg
Wenn Du es wahrgenommen hast, dann nutze deine Hände. Nicht, um damit die Augen zu verschließen oder sie in den Schoß zu legen. sondern um aktiv zu werden. Wie kann ich mit meinen begrenzten Möglichkeiten aktiv werden, um Leid und Unglück zu verhindern oder um die Lebenssituation von Menschen zu verändern. Nicht umsonst stehen diese beiden Motive an einer Kirchentür. Wer diese Tür öffnet, soll mit offenen Augen und tätigen Händen in der Welt leben und hier eintreten.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 07.07.2026
Kontemplation
Di. 14.07.2026
Kontemplation
Di. 21.07.2026
Kontemplation
Di. 28.07.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.