Wenn man nach einem Symbol für unsere Zeit, für die Moderne und die Postmoderne, sucht, dann fällt mir sofort das Telefon ein. Es steht für Kommunikation um den ganzen Globus, es steht für schnellen Austausch von Nachrichten und es steht für die Verbindung, die wir auf diese Weise miteinander eingehen und halten können. Zur Zeit als die Autobahnkirche gebaut wurde, hatten die meisten Telefone noch Wählscheiben und waren mit einem Kabel an der Wand festgemacht. Aber an der Art und Weise der Kommunikation hat sich nichts geändert, heute nehmen wir es häufiger und überall in die Hand und telefonieren, wenn wir das überhaupt noch tun, kaum noch auf dem Festnetz.
Im Fenster von Herodes an der Nordseite der Autobahnkirche steht es unter dem Diktator. Es zeigt die Schattenseite dieser Art und Weise der Kommunikation. Ich sehe kein Gegenüber mehr, ich kann mich mit Sprechen begnügen. Vor allem aber können Befehle anonym weitergeben werden. Man denkt auch an die »roten« Telefone, mit denen Regierungen untereinander Kontakt halten und im Notfall kurzfristig reagieren konnten. Und es steht auch für die Verfügbarkeit von Menschen. Wenn es einfach ist, jemanden in seinen privaten Räumen zu erreichen, ohne dass ich selbst das Haus verlassen muss, dann habe ich Macht über andere. Wer erreichbar ist, der ist auch verfügbar. Da zeigt diese technische Errungenschaft dass sie nicht nur Segen ist. Wahrscheinlich leiden wir heute noch mehr unter dieser Erreichbarkeit, wir können uns ein Leben, in dem wir nicht mehr erreichbar sind, kaum mehr vorstellen. Wir sind zwar nicht mehr an ein Kabel gebunden, wir können überall auf der Welt mit jedem anderen Ort der Welt Kontakt aufnehmen. Aber wir sind dadurch viel enger gebunden. Wir erfahren Nachrichten viel schneller, wir wissen viel mehr umeinander, wir können uns ob freiwillig oder nicht gegenseitig kontrollieren und alles das, was jetzt gerade wichtig scheint, weitergeben oder sogar anordnen. Das schafft Unruhe und Druck, das macht krank. Wir müssen uns heute fragen, für wen und für was wir erreichbar sein wollen. Es geht um unsere eigene Freiheit und unseren freien Willen. Wir müssen erreichbar sein und verlangen das auch von anderen. Aber hilft uns das weiter?
Im Fenster von Herodes an der Nordseite der Autobahnkirche steht es unter dem Diktator. Es zeigt die Schattenseite dieser Art und Weise der Kommunikation. Ich sehe kein Gegenüber mehr, ich kann mich mit Sprechen begnügen. Vor allem aber können Befehle anonym weitergeben werden. Man denkt auch an die »roten« Telefone, mit denen Regierungen untereinander Kontakt halten und im Notfall kurzfristig reagieren konnten. Und es steht auch für die Verfügbarkeit von Menschen. Wenn es einfach ist, jemanden in seinen privaten Räumen zu erreichen, ohne dass ich selbst das Haus verlassen muss, dann habe ich Macht über andere. Wer erreichbar ist, der ist auch verfügbar. Da zeigt diese technische Errungenschaft dass sie nicht nur Segen ist. Wahrscheinlich leiden wir heute noch mehr unter dieser Erreichbarkeit, wir können uns ein Leben, in dem wir nicht mehr erreichbar sind, kaum mehr vorstellen. Wir sind zwar nicht mehr an ein Kabel gebunden, wir können überall auf der Welt mit jedem anderen Ort der Welt Kontakt aufnehmen. Aber wir sind dadurch viel enger gebunden. Wir erfahren Nachrichten viel schneller, wir wissen viel mehr umeinander, wir können uns ob freiwillig oder nicht gegenseitig kontrollieren und alles das, was jetzt gerade wichtig scheint, weitergeben oder sogar anordnen. Das schafft Unruhe und Druck, das macht krank. Wir müssen uns heute fragen, für wen und für was wir erreichbar sein wollen. Es geht um unsere eigene Freiheit und unseren freien Willen. Wir müssen erreichbar sein und verlangen das auch von anderen. Aber hilft uns das weiter?













