Das erste Glaubensbekenntnis

Als Zuschauer der Geiselung Jesu hat Emil Wachter einen Soldaten, wahrscheinlich mit einem höheren Dienstgrad gesetzt. Er steht da, lässig an den Fensterrahmen gelehnt und schaut sich an, was da geschieht. Er macht seinen Dienst wie immer. Man kann sich auf ihn verlassen. Er überwacht das Geschehen, denn er ist ja zuständig für die korrekte Durchführung der Geiselung und der anschließenden Kreuzigung. Und das, was er sieht, ist sein Alltag. Dienstbeflissen und nicht allzu eifrig macht er, was von ihm verlangt wird, es ist ja keine große Herausforderung. Er scheint auch etwas abgestumpft für das Geschehen, er kennt es ja. Dieser Jesus ist ja nicht der erste Verurteilte, den er zur Kreuzigung führen wird. Er hat schon viele Sterben gesehen. Er gehört ja zur römischen Besatzungsmacht, die ihren Anspruch mit Gewalt durchsetzen muss. Und als Offizier der Herrschenden muss er diese Aufwiegler und Ruhestörer zur Strecke bringen.
Aber er steht auch da und ist neugierig. Passiert diesmal irgendetwas Außergewöhnliches? Vielleicht ein Aufruhr, wenn der »König der Juden« gekreuzigt wird. Oder greift dieser Gott, auf den sich Jesus beruft, doch noch ein? Es wird etwas geschehen, aber etwas anderes, als er erwartet hat.
Der Evangelist berichtet den Moment des Todes Jesu. Er schreibt: »Aber Jesus schrie laut auf und starb. Da zerriss der Vorhang vor dem Allerheiligsten im Tempel von oben bis unten. Der römische Hauptmann aber, der dem Kreuz gegenüberstand und miterlebte, wie Jesus aufschrie und starb, sagte: »Dieser Mann war wirklich Gottes Sohn!« (Markus 15,37-39)
Er ist es, der am Ende des Lebens Jesu das erste Glaubensbekenntnis spricht und Jesus als den Sohn Gottes erkennt, ganz ohne Auferstehung! Er, als Heide, als Vertreter der verhassten Römer, die das Land unterdrücken und Jesus getötet haben, wird zum ersten Boten, der die Göttlichkeit Jesu bestätigt. Der Offizier, der anfangs so unbeteiligt tut, wird in das Geschehen hineingezogen, dass er am Ende gar nicht anders kann als sich zu Jesus, dem Sohn Gottes zu bekennen. Er kann sich diesem Bekenntnis nicht entziehen. Und wir?
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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