Um Kopf und Kragen geredet

Johannes der Täufer war ein konsequenter Mensch. Er hat das gelebt, was er gepredigt hat. Er hat die Konsequenzen dafür getragen. Er hat mit seinem Leben für die Botschaft der Lebensveränderung bezahlt. Wahrscheinlich war die Predigt, die die Umkehr der Menschen gefordert hat, gar nicht ausschlaggebend für seine Hinrichtung. Viel eher seine offene Kritik am Verhalten der Oberschicht und besonders an König Herodes. Die Rede von einem Gott, der die Menschen liebt und auf der Seite der Schwachen steht, kommt bei Mächtigen nie gut an. Sie fühlen sich bedroht, weil ihre Privilegien in Frage stehen, und sie ihr Leben nicht mehr wie gehabt weiterführen können. Johannes wird in den Kerker geworfen und nach einem Tanz von Salome, der Tochter des Herodes geköpft, weil sie sich seinen Kopf als Belohnung ausbedungen hat, wahrscheinlich deshalb, weil sie dazu angestiftet wurde.
Johannes hat sich um Kopf und Kragen geredet, so wie es das Sprichwort beschreibt. Er ist der erste Märtyrer der jungen Kirche und ist nicht nur in der Predigt, sondern auch im gewaltsamen Tod ein Vorläufer für Jesus, der ja ein vergleichbares Schicksal erleidet. Er erleidet das Schicksal von Propheten, die für ihre Sache einstehen. Johannes reiht sich in die lange Liste derer ein, die für ihre Botschaft gestorben sind. Wie viele Menschen wurden im Verlauf der Jahrhunderte für ihre Überzeugung getötet? Wieviele Machthaber sind buchstäblich über Leichen gegangen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen? Das Schicksal des Johannes ist eine Mahnung an uns, dass wir uns fragen, wie weit wir für unsere Überzeugung zu gehen bereit sind.
Aber noch viel mehr werden wir angefragt, ob wir es zulassen, dass Menschen für ihre Überzeugung sterben müssen. Denn Mächtige können nur so weit gehen, weil sie daran nicht gehindert werden. Es ist Teil der christlichen Botschaft, auch im Blick auf die Opfer, für Menschen wie Johannes einzustehen.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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