Sterne gehören zu den Weihnachtssymbolen wie der Weihnachtsbaum und die Krippendarstellungen. Wir umgeben uns mit Sternen in allen Formen und zünden auch gerne Kerzen an, um diese kleinen Lichter in der Dunkelheit wirklich und symbolisch leuchten zu lassen. Das kommt nicht von ungefähr. Selbst in anderen religiösen Traditionen ist das Fest der Wintersonnenwende meist ein Lichterfest. Das ist nicht verwunderlich, denn wenn die Nächte lang sind, hilft am ehesten ein Licht dagegen. Im alten Rom wurde das Fest des Jupiters gefeiert, des Sol Invictus, des unbesiegten Sonnengottes gefeiert. Als das Christentum zur Staatsreligion wurde, wurde dieses Sonnenfest auf Jesus Christus umgedeutet, ist er doch das Licht Gottes, das in die Welt gekommen ist.
In der Autobahnkirche strahlt diese Sonne über der Kippendarstellung an der nördlichen Fensterwand. Emil Wachter gibt uns damit einen wichtigen Hinweis. Das Geschehen in der Heiligen Nacht ist ein Lichtgeschehen, das wir mit Sternen darstellen als Symbole für die Nacht, die durch sie erhellt wird, besser aber mit der Sonne. Die Erzählung von der Heiligen Nacht ist deshalb auch eine Lichtgeschichte. Wir denken dabei an Licht und Wärme, an Ruhe und Behaglichkeit. Die Sonne über der Krippe leuchtet in die Welt, denn Jesus Christus ist dieses Licht für die Welt. Er ist das Licht für die Menschen, das Licht für das Leben schlechthin, das Licht für alles, was ist. So wird die Krippe von der Sonne überstrahlt. Gerade im Winter sehnen wir uns nach diesem Licht und stellen es durch Sterne dar, die in der weißen Winternacht leuchten.

Doch damit werden wir Weihnachten nicht gerecht. Weihnachten ist ein helles Leuchten, es geht nicht um romantische schummrige Weihnachten, sondern um das Licht, das schonungslos aufdeckt, was das Leben behindert und gefährdet. Die Geburt Jesu soll in der Welt leuchten. Weihnachten strahlt in der Welt und verändert! Wo es hell ist, da kann es nicht so bleiben wie es ist. Hängen wir an Weihnachten also lieber Sonnen als Sterne auf!