Mein Gott

Die beiden Buchstaben, die man in der Spitze des Elia-Turmes sieht, sind die beiden ersten des Namens des Propheten Elia. Sein Name heißt wörtlich übersetzt: »Mein Gott (EL) ist Jahwe (IA)«. Dabei sind die beiden ersten die Abkürzung von »Elohim«, eine Form, die im Ersten Testament meist im Bezug auf den einen Gott Israels verwendet wird, und heißt dann »(der eine) Gott«. Selten taucht auch der Plural auf, dann sind die anderen Götter aus dem Umfeld der Israeliten gemeint. Mit dieser Erklärung bewegen wir uns im Feld der religionsgeschichtlichen Forschung.
Die allgemeine Bezeichnung Gottes wird von uns oft im Alltag, meist unbewusst, verwendet, dass wir einmal näher hinschauen sollten, wann wir den Namen oder die Bezeichnung Gottes verwenden. Auch in unserem christlichen Umfeld ist die Bezeichnung »Gott« eindeutig. Wir meinen damit den, den Jesus als Vater verkündet hat. Damit ist gleichzeitig das Bekenntnis zu dem einen und einzigen Gott ausgedrückt, den wir anrufen.
Immer, wenn wir in Schwierigkeiten kommen, wenn wir uns über etwas Unnötiges aufregen oder sonstwie genervt sind, aber auch wenn wir etwas Schönes erleben, rufen wir »Mein Gott!«. Es kommt dann auf die Betonung an, mit der wir Gott ansprechen. Es ist uns selten bewusst, dass wir auf diese Weise nicht nur ein Bekenntnis aussprechen, sondern auch ein kurzes Gebet zum Himmel senden. In diesen beiden Worten »Mein Gott!« rufen wir Gott an, weil wir nicht mehr weiterwissen oder es uns die Sprache verschlagen hat. Da hat sich wohl einiges in den Alltag geschlichen, wenn wir diese Worte automatisch sagen, auch wenn wir nicht sonderlich gläubig sind. Es ist ein gutes Zeichen, dass wir Gott nicht vergessen haben, besonders dann, wenn wir Hilfe brauchen oder die Worte fehlen.
Es ist auch nicht schlimm, wenn wir den Namen Gottes unbewusst verwenden. Im Gegenteil, wir können uns bewusst machen, wann und wie wir von Gott reden. Vielleicht erfahren wir dann nicht nur unsere Hilflosigkeit, sondern auch die Kraft, die wir brauchen, um schwere Situationen zu bestehen. Es tut gut, den Namen Gottes nicht zu vergessen!
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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