Das Raubtier

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Fast alle Erfindungen und Entwicklungen, die in der Menschheitsgeschichte gemacht wurden, haben zwei Seiten, Segen und Fluch zugleich. Am augenfälligsten wird das am Auto. Kaum eine Erfindung hat das Leben so stark verändert wie das Automobil. Wie es der Name schon sagt, ist man beweglich ohne auf große Institutionen oder Gesellschaften angewiesen zu sein. Jeder kann fahren, wann und wo es ihm beliebt, wenn denn die Straßen dazu da sind und man nicht durch die anderen in dieser Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Und da wendet sich das Blatt. Je mehr sich auf dieses Recht berufen, dass sie fahren können wie es beliebt, umso größer werden auch die Gefahren, die vom Auto ausgehen. Zur Zeit von Emil Wachter als die Autobahnkirche gebaut wurde, war die Zahl der Verkehrstoten um ein Vielfaches höher, als sie es heute ist, hier hat sich etwas verändert. Aber jeder Mensch, der auf der Straße stirbt, ist einer zuviel. Der Verbrauch von Landschaft, der für diese Mobilität notwendig ist, die Verschmutzung der Luft, die Erwärmung der Atmosphäre durch Abgase, die Ausbeutung von Ressourcen zum Bau von Autos, die Zeit, die wir in endlos langen Staus verlieren, sind weitere Aspekte, die wir heute bedenken.
Niemand möchte auf das Auto verzichten, oft sind wir darauf angewiesen, auf dem Land mehr als in den Städten, aber wir zahlen einen hohen Preis für unsere Mobilität. Am Noah-Turm wird das Auto belebt dargestellt, es tritt als Raubtier auf, das den Menschen verschlingen will. Es ist ein Raubtier, das nicht aus Notwendigkeit tötet, sondern aus Lust. Darauf deuten die Körperteile hin, über die es fährt. Nichts kann ihm Einhalt gebieten. Es sei denn, und hierin liegt die Mahnung von
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Emil Wachter, es gibt Menschen, die sich der Verantwortung gegenüber der Schöpfung bewusst sind und sich für andere Möglichkeiten einsetzen. Es ist wohl eine Frage des Überlebens für uns alle, ob es gelingt, dieses Raubtier zu bändigen oder ob wir den wirtschaftlichen Zwängen nachgeben und nur noch produzieren, koste es, was es wolle und es füttern! Doch Menschen sind zu schade als Opfer! Und die Natur ebenso! Also müssen wir dieses Raubtier bändigen!
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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