Schreiende Ungerechtigkeit

Wir haben heute den Anspruch, dass wir in einer weitgehend gerechten Gesellschaft leben. Aber wir werden tagtäglich mit Ungerechtigkeiten konfrontiert. Manche sind so groß, dass sie zum Himmel schreien. Wahrscheinlich können wir Ungerechtigkeiten nicht vermeiden, immer dort, wo ein Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen gesucht werden muss, wird es auch Entscheidungen, geben, die von einzelnen als ungerecht empfunden werden. Meistens dann, wenn sie zum Nachteil gereichen oder ich zumindest keinen Vorteil für mich aus dieser Entscheidung ziehe. Also heißt es doch, dass wir lernen müssen, mit Ungerechtigkeiten zu leben. Mit allen?
Wir müssen unterscheiden zwischen denen, die entstehen, weil wir unseren Alltag regeln müssen, damit das Zusammenleben funktioniert. Kompromisse erfordern es, dass nicht alle Vorteile auf einer Seite liegen. Es gibt aber auch Entscheidungen, die Menschen in ihren Grundrechten bedrohen. Immer dann, wenn Ungerechtigkeit dazu führt, dass Menschenrechte verletzt werden, ist Widerstand notwendig. Hier betreten wir den Boden der großen Politik. Oft sind es ganze Systeme oder Gesellschaften, die die Ausübung der Menschenrechte einer bestimmten Gruppe, einer Minderheit, die aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung oder sozialer Herkunft ausgegrenzt werden, nicht beachten und damit noch mehr für Ausgrenzung sorgen.
Die biblischen Autoren ergreifen immer wieder Partei für diese Rechtlosen. Die Propheten sehen Gott als jemanden, der für diese diskriminierten gesellschaftlichen Gruppen eintritt.
Es ist die edelste Aufgabe von Religionen und deren Anhänger im Besonderen, den Schrei nach Gerechtigkeit zu hören und ihm Geltung zu verschaffen. Wenn man sich dabei auf die biblische Botschaft berufen kann, wird dieser Schrei noch lauter, denn er wurde durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder ausgestoßen. Schade eigentlich, dass es so sein muss. Und tröstlich, denn so zeigt sich auch, dass es zwar immer noch schreiende Ungerechtigkeit gibt, aber dass dieser Schrei nicht verstummen kann. Hoffentlich ist immer jemand da, der ihn auch hört!
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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