Reich und schön

Es sind Gesichter, die unsere Zeitschriften zieren. Und es sind schöne Gesichter. Stars und Sternchen, erfolgreiche Menschen, solche, die das Scheinwerferlicht suchen, und die, die durch ihre Profession dahinein geraten sind. Wir verbinden mit diesen Menschen, die auf den roten Teppichen gehen, immer auch eine gewisse Macht, wir interessieren uns dafür, was sie sagen, denken und tun. Man könnte meinen, es gäbe nichts Wichtigeres.
Dieser Blick auch die Reichen, Schönen und Mächtigen ist nicht neu. Seit jeher standen sie im Mittelpunkt des Interesses, denn zumindest wenn sie Macht hatten, dann hing auch das persönliche Schicksal von diesen Menschen ab. Und in dem man ihnen Verehrung zukommen ließ, wähnte man sich selbst in Sicherheit. Königin Isebell wird am Elia-Fries dargestellt. Sie war als fremdländische Frau eine Schönheit und wurde von König Ahab geheiratet. Als Königin wurde sie eine große Gegenspielerin des Propheten Elia. Sie brachte die Verehrung des Gottes Baal zum Volk Israel und musste damit den Widerspruch von Elia erregen. Als mächtige Frau und Königin hatte sie politischen Einfluss und konnte ihre Interessen durchsetzen. Sie ließ Elia verfolgen. Emil Wachter stellt sie in klassischer Pose in einer Vignette dar. Sie muss wirklich schön gewesen sein. Man sieht sie als eine Frau, die Einfluss hat und die Verehrung genoss. So wie es heute auch der Fall ist. Wahrscheinlich ist das auch das Bild, das von diesen Personen gezeichnet wird: Wer reich und schön ist, der oder die muss auch Einfluss haben und die öffentliche Meinung bestimmen. Warum lassen wir das zu?
Das weitere Schicksal von Isebell zeigt uns, dass dieser Ruhm vergänglich ist.
Was nützt ihr die Schönheit, wenn sie am Ende scheitert? Welche Bedeutung hat der zeitweise Besitz von Macht, wenn am Ende des Lebens der Tod steht? Das Leben, das geschieht, kann sie damit nicht ändern. Sie ist diesem Einfluss ausgeliefert wie jede und jeder von uns. Sie steht scheinbar auf der Sonnenseite des Lebens und manche möchten mir tauschen. Aber ist das so erstrebenswert? So manches Schicksal der Prominenten ist eher eine Warnung für uns. Es kommt darauf an, sein Leben zu finden und zu leben, nicht das von anderen.
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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