Wer gibt, wer nimmt?

»Alles ist Geben und Nehmen.« Das ist ein Allgemeinplatz. Aber ist es wirklich so? Sicherlich kann man nicht sagen, dass es immer ausgeglichen zugeht. Oft hat man das Gefühl, dass man mehr gibt als dass man selbst bekommt. Dabei kommt es aber auf die Sichtweise an. Was bedeutet mir etwas? Von was profitiere ich? Wenn ich diese Kosten-Nutzen-Rechnung für mich aufstellen kann, dann ist es einfach, für mich zu klären, was ich gebe und wieviel ich bekomme. In jeder Art von Beziehung wird es so ausgehandelt. Und wenn man am Ende sagen, dass es ausgeglichen zugeht, dann hat man viel erreicht oder eine gute Art und Weise des Umgangs miteinander geschaffen.
Schön, wenn es so funktioniert. Aber das ist nicht immer der Fall. Gerade in kapitalistischen Gesellschaften hat man oft den Eindruck, dass dieses ausgewogene Verhältnis von Geben und Nehmen nicht mehr existiert. Am Noah-Turm thematisiert Emil Wachter genau diese Frage. Er formuliert zwei kurze Sätze: Wer gibt? Wer nimmt? Die beiden Fragezeichen stehen zentral und zeigen, dass es keine feste Antwort gibt. Sicherlich ist es so, dass jeder gibt und jeder nimmt. Aber ist es ausgewogen? Wird beispielsweise meine Arbeitskraft ausreichend und gebührend belohnt? Bekomme ich das, was ich verdiene oder werde ich mit kleinen Almosen abgespeist?
Immer dann, wenn es um die Schöpfung geht, dann ist auch ein Idealzustand im Blick. Nach der Sintflut wäre ein Neuanfang möglich gewesen, aber die guten Absichten haben nicht lange gehalten. Immer droht, dass das Gefüge der Schöpfung zerbricht. Deshalb müssen wir diese Frage des Gebens und Nehmens nicht nur auf unsere menschlichen materiellen und ideellen Beziehungen bezogen lesen, sondern auf die ganze Schöpfung. Wieviel gibt die Natur, wieviel und was nimmt sich der Mensch? Wie kommen wir da zu einem ausgewogenen Verhältnis?
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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