Zum Sehen geboren

Bilderwelt 154 Johannes-Turm N - Johannes betrachtet die Welt 1zu5.jpgJohannes der Täufer wird als Vorläufer von Jesus bezeichnet. Und er hat vieles vom Schicksal, das Jesus ereilt hat, vorweggenommen. Angefangen bei der Empfängnis, bei der es nicht mit rechten Dingen zuging, über die Wahl, als Prophet durch das Land zu ziehen bis hin zu seinem gewaltsamen Tod. Dieser Vorläufer war sicherlich radikaler als Jesus und möglicherweise konsequenter. Ihm fehlt die barmherzige Seite, er wirkt immer etwas unnachgiebiger. Für ihn steht die Botschaft im Vordergrund. Für Jesus war es eher der Mensch, um den sich seine Verkündigung und sein Handeln drehte. Johannes verkörpert für uns das Bild des Propheten, der ganz und gar für seine Sache einsteht, der nicht über Inhalte diskutiert, der seine Ansichten und seine Lebensweise den Menschen zumutet. Und diese Zumutung hat ihre Berechtigung. Johannes und seine Botschaft wecken auf, ja, schrecken auf. Das Leben hat Konsequenzen und diese müssen ertragen werden. Doch er sagt auch, dass wir diesem Leben nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern dass wir immer wieder neu unser Leben verändern können. Wir können uns immer wieder neu ausrichten.
Emil Wachter stellt am Johannes-Turm diesen Propheten so dar, wie er ruhig und gelassen, aber doch mit einem klaren Blick die Welt betrachtet. Ihm ist klar, dass das Leben, der Menschen, denen er begegnet, so nicht weitergehen kann. Vor seiner Predigt zur Lebensänderung liegt der klare Blick auf die Welt und die Menschen. Aufgrund seiner Hinwendung zu Gott weiß er um die Einzigartigkeit des Lebens und die Einmaligkeit, die damit verbunden ist.
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Er lädt uns ein, vor allem Reden wach und aufgeschlossen in die Welt zu blicken. Und nach einer Betrachtung der Welt kommt er zur Entscheidung für seinen Weg. Auch wir sind zum Sehen geboren. Als Augenmenschen müssen wir in die Welt schauen und als Verstandesmenschen erschließen und erkennen, was sich ändern muss. Es ist notwendig, immer wieder neu den Blick zu schärfen und bei Johannes in die Sehschule zu gehen.
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Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.
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