Folterknechte

Wer durch das Abrahamstor in die Autobahnkirche geht, kommt an einem verstörendem Bild vorbei. Unter der Überschrift »Sodom und Gomorrha« wird eine Folterszene gezeigt. Und Emil Wachter spart nicht mit Schrecken und Schmerz, wenn er zeigt, wie Menschen einem Hilflosen Leid und Qual zufügen. Sodom und Gomorrha meint in seiner Vorstellung nicht den freien Umgang mit Sexualität, sondern all das, wo Menschen einander das Leben unmöglich machen und die Lebensgrundlagen zerstören. Folter ist eine Methode, in der es nicht nur darum geht, Menschen zu einer Aussage zu zwingen, sondern auch um sie zu erniedrigen, ihren Willen zu brechen und die eigene Macht auszuleben. So wurde und wird sie seit Menschengedenken eingesetzt. Wir denken, dass wir schon weiter wären, aber die Wirklichkeit spricht eine andere Sprache.
Dass heute noch immer gefoltert wird, ist nur deshalb möglich, weil es Menschen gibt, die Folter nicht nur zulassen, sondern sie auch anordnen. Sicherlich sind dies die wahren Schuldigen, die zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Es gibt aber auch die willfährigen Handlanger, die, aus welchen Gründen auch immer, diese Befehle ausführen. Auch sie haben Mitschuld und können sich nicht auf die Struktur von Befehl und Gehorsam herausreden. Wer gewalttätig gegen andere ist, holt auch für sich etwas heraus und handelt nicht nur aus Gehorsam heraus, sondern befriedigt auch eigene Interessen.
Schließlich gibt es auch die Gesellschaft, die um Folterpraktiken weiß - und schweigt. Diese »Schweigende Mehrheit« ist es, die Folter in großem Umfang erst ermöglicht. Warum wird geschwiegen? Aus Angst, selbst Opfer zu werden? Aus der Hoffnung heraus, dass dadurch Ruhe ins Land einkehrt oder Erkenntnisse gewonnen werden können, um im besten Fall Verbrechen aufzuklären? Oder auch nur weil es uns scheinbar nicht angeht? Auf diese Weise sind wir alle betroffen und auch mitschuldig, selbst wenn wir keine ausgesprochenen Folterknechte sind.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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