Das Böse

Wer die Autobahnkirche durch das Hauptportal verlässt, schaut einer erschreckenden Gestalt in die Augen. Es ist eines der großen Themen aus der Apokalypse, das Emil Wachter hier darstellt. Im dreizehnten Kapitel wird diese Gestalt als »das Tier« beschrieben: »11 Und ich sah ein zweites Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache. ... 16 Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, 17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 18 Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertundsechsundsechzig.« (Apokalypse 13,11.16-18, Übersetzung: Gute Nachricht) Dieses Tier ist die Personifikation des Bösen, es wird oft auch mit dem Satan gleichgesetzt. Warum blickt diese Gestalt denjenigen an, der die Kirche verlässt? Warum wird man beim Hinausgehen an den Teufel erinnert?
Die Antwort liegt auf der Hand. Es geht nicht darum, dass der Teufel in irgendeiner Form verherrlicht werden soll, im Gegenteil. Aber wir werden daran erinnert, dass das Leben immer wieder vom Bösen oder dem, was wir als Böses bezeichnen, bedroht wird. Wir sind aufgefordert, dass wir uns entscheiden, wenn wir in die Welt hinausgehen.

Quelle: Norbert Kasper

Stellen wir uns auf die Seite des Bösen? Diese Frage wird wohl jeder mit »Selbstverständlich nicht!« beantworten. Doch so einfach ist es nicht. Es drohen uns viele Gefahren, die vergessen machen, wozu wir wirklich da sind. Diese Darstellung ist eine Mahnung für uns, dass wir das nie vergessen. Das drastische Bild rüttelt wach und appelliert an unsere Wachsamkeit. Sei Dir immer wieder bewust, dass das Böse nicht fern ist und dass Du immer wieder in die Fänge des Bösen geraten kannst. Bleib Deinem Weg treu und vergiss niemals, warum Du da bist: Dass Du dem Leben dienst.
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Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.
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