Der Diktator

Es ist eine fast schon klassische Darstellung. Im Weihnachtszyklus der Fenster an der Nordseite der Autobahnkirche finden wir den Diktator. Er ist eine Verkörperung von König Herodes. Aus der Sicht der Evangelien ein Paradebeispiel für einen Gewaltherrscher, der nur seine eigenen Interessen durchsetzen will und der das Volk dazu missbraucht. Geschichtlich gesehen wird man so dem Herodes nicht gerecht. Er war wohl nicht mehr oder weniger grausam als die anderen Könige und Kaiser seiner Zeit. Weil ihm aber der Kindsmord zugeschrieben wird, gilt er als der grausame Tyrann schlechthin.
Emil Wachter stellt ihn in einer modernen Paradeuniform dar. Er ist somit ein Vertreter des Militärs, das seine Befehle ausführen muss. Soldaten sind sein verlängerter Arm. Daran wird auch ersichtlich, dass die Bezeichnung Alleinherrscher nicht unbedingt zutrifft. Um ein Volk zu unterdrücken, braucht es andere, die mithelfen, weil sie von der Teilhabe an der Macht profitieren. Und Macht ist attraktiv und bringt Vorteile. Die Diktaturen, die wir im 20. Jahrhundert erlebt haben, machen das deutlich. Und die kamen ja auch nicht von ungefähr. Die Herausforderungen der modernen Welt verunsichern die Menschen. Das, was einmal gegolten hat, gilt nicht mehr, viele Werte geraten ins Wanken. Da ist es einfacher, nach einer starken, ordnenden Hand zu rufen, als den mühsamen Weg der Erneuerung zu gehen. Eines hat sich aber auch gezeigt: Die Veränderung kam doch, aber der Preis, der über den Umweg einer Diktatur gezahlt wurde, ist sehr hoch, neben materiellen Gütern hat es auch unzählige Menschenleben gekostet.
Wir wissen heute, wie gefährlich Diktaturen sind und wie sie ganze Völker ins Unglück stürzen können. Halten wir uns das immer wieder vor Augen, wenn wir verunsichert sind. Ein Mensch, der alle Macht in Händen hält, hilft niemandem. Besser ist, wenn sich viele Menschen an der Macht und am Gespräch beteiligen. Nur so ist wahrer Fortschritt möglich und dient dem Leben.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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