Chaos

Der Noah-Turm beschäftigt sich mit der Schöpfung und dem neuen Leben. Da liegt es auch nahe, sich den Bedrohungen dieses Lebens zu widmen. Leben war noch nie selbstverständlich und zu allen Zeiten war es auch bedroht. Entweder Naturgewalten und -katastrophen haben das Leben und nicht nur das der Menschen gefährdet, sondern auch der Mensch selbst. Ob durch Kriege, durch technische Errungenschaften und durch den Fortschritt, immer wieder sind Menschen Opfer geworden. Geplante Vernichtung ist vielleicht die Ausnahme, aber es sterben zu viele Menschen durch Unfälle, sei es im beruflichen oder privaten Umfeld, sei es durch Fortbewegung oder andere Geschehnisse. Eines ist allem gemeinsam: Unfälle und Kriege, Katastrophen und Unglücke hinterlassen immer Chaos. Sei es am Ort, an dem es geschehen ist, sei es in den Herzen der Menschen oder in ihren Beziehungsgefügen. Es kommt etwas durcheinander, das nur mühsam wieder in Ordnung gebracht werden kann.
Gerade an der Autobahn war es Emil Wachter ein großes Anliegen, auf diese Bedrohung hinzuweisen. Der Ort, an dem er von der Schöpfung erzählt, zeigt er auch die Bedrohungen und deren Folgen an. Dabei ist es für ihn unerheblich, ob es absichtlich, mutwillig oder ungewollt geschieht, das Chaos ist da. Es ist unsere Aufgabe, es wieder zu ordnen. Manchmal haben wir damit ein Leben lang zu tun, oft reicht dieses Leben gar nicht aus, um das Chaos zu beseitigen. Wir lernen zwar, mehr schlecht als recht mit den Folgen zu leben. Wir können die äußerlichen Spuren beseitigen. Aber das, was dadurch in unserer Seele angerichtet wurde, das lässt sich nicht so einfach zur Seite wischen.
Wir haben Strategien, um es zu verdrängen, manchmal ist das überlebenswichtig, aber dadurch wird das Chaos nicht beseitigt, geschweige denn Ordnung geschaffen. Das Durcheinander bleibt bestehen. Es gibt kein Patentrezept, wie wir Ordnung schaffen können. Ein erster Schritt ist es, um die Unordnung zu wissen und sie wahrzunehmen. Das Leben nimmt sich dann schon die Zeit, um sich dem Chaos zu stellen. Trauen wir dem Leben zu, dass es stärker als das Chaos ist!
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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