Aus der Not geboren bekommt die einfache Magd Hagar in der Heilsgeschichte eine große Bedeutung. Da Sarah nicht schwanger wird, versucht sie es mit einer Notlösung, um Abraham den lang ersehnten Stammhalter zu schenken. Sie führt ihm ihre Magd Hagar zu, damit er mit ihr ein Kind zeuge. Zur Zeit Sarahs war das erlaubt und üblich. Man denke nur an die vier Frauen, mit denen Jakob Nachkommen zeugte. Auch da spielten zwei Mägde ihre Rolle. Bei Hagar spitzt sich das aber zu. Die beiden Frauen stehen in Konkurrenz zueinander. Zunächst einmal hat Hagar mehr als Sarah. Sie kann den ersten Platz einnehmen, weil sie mit Ismael einen Nachkommen von Abraham austrägt und zur Welt bringt. Dieser Handel geht solange gut, wie Sarah selbst nicht schwanger wird. Und selbst zuvor wird es schwierig mit den beiden, denn Sarah befürchtet in ihr eine ernsthafte Konkurrentin. Hagar flieht vor Sarah in die Wüste und gerät in Lebensgefahr. Hagar hat aber eine Bedeutung in den Augen Gottes. Der Segen, den Gott Abraham zugesprochen hat, wirkt sich auch für sie aus. Ihr Kind wird als Sohn von Abraham zu einem großen Volk. Die Araber berufen sich auf ihn als Ahnherrn und damit auf Abaraham. Und diesmal geht die Linie direkt auf eine Frau zurück. Die Magd, die zunächst nebensächlich war, rückt in den Mittelpunkt. Als sie vor Sarah wegläuft und mit ihrem Sohn in der Wüste zu verdursten droht, wird sie von Gott gerettet und in besonderer Weise gesegnet. Abraham nimmt beide wieder in ihr Haus auf und setzt sie in ihre Rechte ein. Als Sarah dann unerwartet doch ein Kind empfängt, hat Hagar endgültig schlechte Karten. Selbst Abraham kann oder will nicht mehr zu ihr stehen. Hagar wird mit ihrem Sohn verstoßen und ist ab jetzt auf sich selbst gestellt.
Doch auch jetzt steht sie unter dem besonderen Schutz Gottes und wird endgültig zur Stammmutter eines großen Volkes. Wen Gott einmal auserwählt hat, selbst wenn es vordergründig eine Notlösung ist, den lässt Gott nicht mehr los. Ob das jetzt zum Wohl der Menschen wird oder eher zum Verderben, ist nicht so ganz klar. Vielleicht tragen auch wir unseren Teil dazu bei. Einfach ist der Weg nie. Das Beispiel der Hagar zeigt es nur zu deutlich.
Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren. Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.