Wo die besseren Leute wohnen

Schon zu biblischen Zeiten waren Unterschiede zwischen den Menschen vorhanden, die Schichtungen in der Gesellschaft waren größer und weniger durchlässig, wie es heute der Fall ist. Von den bessergestellten wissen wir heute noch, von den einfachen fast gar nichts mehr, auch kaum etwas von ihrem Leben, weil sich nichts von ihnen erhalten hat. Von Palästen, den Häusern der Herrschenden und vielleicht von Tempeln und Villen finden wir Überreste. Sie konnten ja auch beständiger gebaut werden. Wir erfahren etwas von den Bewohnerinnen und Bewohnern, wir können auf ihre Lebensumstände schließen, wir kennen vielleicht ihre Namen, aber was wissen wir wirklich über sie? Von den Herrschenden sind Taten überliefert, die hoffentlich ehrlich aufgeschrieben wurden. Es gibt Hinweise über ihre Gräber, wenn sie noch vorhanden und unversehrt sind, aber über die Menschen selbst erfahren wir kaum etwas. Was nützt ein schöner Palast, wenn ich über das nichts erfahre, was einen Menschen wirklich ausgemacht hat? Was sagt ein Palast, der von vielen Generationen bewohnt wurde, über den einzelnen Menschen aus? Wie sah dieser Mensch denn aus? Wie hat er gefühlt, wen hat sie geliebt, um wen getrauert? Von was haben diese Menschen geträumt, auf was gehofft? Wie ist er oder sie den anderen begegnet? War er oder sie beliebt oder eher gefürchtet? Das sind Fragen, die mir kein Palast, kein Haus wirklich beantworten kann.
Es ist bis heute so, dass die Gegenden, in denen die sogenannten besseren Leute wohnen, besser geschützt sind als die anderen. Ihre Häuser überstehen die Unbilden der Zeit besser als andere, die Burgen, Schlösser und Paläste werden aus historischem Interesse erhalten und restauriert. Das Gedächtnis an diese Menschen wird aufrechterhalten, aber wir erfahren doch wenig über sie selbst. Wenn Emil Wachter am Mose-Turm einen ägyptischen Palast darstellt, dann weist er genau darauf hin und stellt uns die Frage, was wohl von uns bleibt, wer sich wie lange an uns erinnert und nicht nur den Namen im Gedächtnis behält. Paläste erzählen etwas über die Zeit, in denen sie gebaut wurden, aber das, was Menschen ausmacht, das erfahren wir nicht.
Es ist wohl auch nicht so wichtig, Hauptsache, die Menschen mit denen wir leben, brauchen uns und können mit uns umgehen. Paläste und Häuser, wenn sie auch noch so prächtig waren, sind nur Schall und Rauch!
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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