Himmlische Musiker

Nein, die Instrumente der Engel sind nicht Harfe und Zither. Und es entsteht schon gar kein himmlisches Konzert, wie wir es uns vorstellen. Das legen liebliche Schilderungen zwar nahe, und Karikaturen zeichnen solche Bilder mit großer Selbstverständlichkeit. Biblisch lässt sich das nicht begründen, dort sieht die himmlische Wirklichkeit anders aus. Und es muss im Himmel lauter und durchdringender zugehen. In der Schilderung der Offenbarung des Johannes spielen die Engel nicht sanft klingende Saiteninstrumente. Sie blasen laute Posaunen, die weithin zu hören sind. In der Antike waren das die Instrumente, mit denen etwas Wichtiges angekündigt wurde. Große Ereignisse haben nicht nur ihre Schatten vorausgeworfen, sondern haben sich auch lautstark angekündigt. So erschallen die Posaunen in der Apokalypse immer dann, wenn sich die Ereignisse überstürzen. Sie sind so laut, dass allein schon ihrem Klang Schrecken und Entsetzen folgen.
Wir bewegen uns bei der Beschreibung der letzten Ereignisse in der Apokalypse, wie gesagt, in der Welt der Antike. Johannes verwendet Bilder und Mythen aus seiner Zeit, die den Menschen vertraut waren. Die Erzählung vom Ende der Welt und der Rettung der treuen Gläubigen ist uns modernen Menschen sehr fremd geworden, doch sie hat auch etwas Faszinierendes. Wie in Fantasy-Geschichten oder in apokalyptischen Beschreibungen, sind wir angezogen vom Ende der Welt, so wie wir sie kennen. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns mit unserem eigenen Tod nur schwer abfinden können. Wir wollen ihn nur akzeptieren, wenn alles andere auch untergeht, wenn wir schon sterben müssen. Die Engel, die die Posaunen blasen, spielen dabei eine wichtige Rolle. Der laute Stoß verkündet das Neue, dem wir uns nicht entziehen können. Engel sind, wie es ihre Aufgabe ist, Boten, die diese Veränderungen ankündigen. Heute finden wir sie noch in verschiedenen alten Illustrationen zur Apokalypse und am Johannes-Turm der Autobahnkirche. Unter der Spitze des Turm bläst ein Engel die Posaune und fordert Aufmerksamkeit. Er kündet aber nicht die Schrecken der Endzeit
an, sondern macht auf die frohe Botschaft aufmerksam, für die Jesus und Johannes einstehen. Auch dieser Posaunenstoß ist durchdringend. Auch er kündet etwas Neues an, aber es sind nicht Not und Schrecken, sondern die Botschaft der Liebe. Die verändert auch etwas! Manche haben davor Angst!
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 07.07.2026
Kontemplation
Di. 14.07.2026
Kontemplation
Di. 21.07.2026
Kontemplation
Di. 28.07.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.