Meine Seele lobt Gott!

Die Begegnung der beiden schwangeren Frauen, der älteren Elisabet und der jungen Maria ist eine eindrückliche Szene aus dem Lukas-Evangelium. Beide Frauen sind unerwartet schwanger. Maria, die noch keinen Mann hatte, erfährt vom Engel, dass sie den Messias zur Welt bringen soll. Elisabet, ihre Tante, bekommt im hohen Alter die Zusage, dass sie endlich einen Sohn zur Welt bringen wird, der auch eine besondere Aufgabe hat. Und in der Begegnung der beiden Frauen, haben auch Jesus und Johannes zum ersten Mal Kontakt miteinander - und sie reagieren aufeinander: »Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.« (Lk 1,41-42) Auch wenn beide Frauen durch die Nachricht ihrer Schwangerschaft geschockt gewesen waren, merkt man jetzt nichts mehr davon. Im Gegenteil, sie sind voller Freude über das, was mit ihnen geschehen ist. Sie fallen sich freudig in die Arme. Diesen Moment hat Emil Wachter am Johannes-Turm festgehalten.
Die beiden Frauen bleiben nicht bei der Freude allein stehen, sondern sie lassen sich zu einem der größten Loblieder auf Gott hinreißen und beginnen einen Tanz miteinander. Maria singt: »Meine Seele lobt die Lebendige, und mein Geist jubelt über Gott, die mich rettet. Sie hat auf die Erniedrigung ihrer Sklavin geschaut. Seht, von nun an werden mich alle Generationen glücklich preisen, denn Großes hat die göttliche Macht an mir getan, und heilig ist ihr Name. Ihr Erbarmen schenkt sie von Generation zu Generation denen, die Ehrfurcht vor ihr haben. Sie hat Gewaltiges bewirkt. Mit ihrem Arm hat sie die auseinander getrieben, die ihr Herz darauf gerichtet haben, sich über andere zu erheben. Sie hat Mächtige von den Thronen gestürzt und Erniedrigte erhöht, Hungernde hat sie mit Gutem gefüllt und Reiche leer weggeschickt.
Sie hat sich Israels, ihres Sklavenkindes, angenommen und sich an ihre Barmherzigkeit erinnert, wie sie es unseren Vorfahren zugesagt hatte, Sara und Abraham und ihren Nachkommen für alle Zeit.« (Lk 1,46-55, Übersetzung der Bibel in gerechter Sprache). Ein Loblied der Befreiung, das für sich selbst spricht! Wie die Umarmung der beiden Frauen.
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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