Wie lächerlich!

Wenn Menschen von einer religiösen Erfahrung erzählen, wird das selten unwidersprochen aufgenommen. Meist begegnet ihnen offener Widerspruch oder - noch schlimmer - sie werden nicht ernst genommen und der Lächerlichkeit preisgegeben. Öffentlich werden sie ausgelacht und es wird über sie gespottet. Das ist keine Erfahrung der Moderne, sondern Menschen aus allen Zeiten haben das erlebt. Das ist nicht verwunderlich. Religiöse Erfahrungen sind sehr individuell und werden von Menschen, die anders ticken, nicht verstanden. Es lässt sich schwer nachprüfen, was sie erlebt haben. Meist passt das, was sie dann erzählen, nicht zu dem, was für die richtige und wahre Lehre gehalten wird. Bevor ich mich selbst in Frage stellen lasse, mache ich mich über den- oder diejenige lustig, der oder die mir Fragen stellt.
Der lachende Mann am Johannes-Turm steht für diese Menschen, die so oder ähnlich reagieren. Johannes und Jesus haben zum Widerspruch herausgefordert und über beide wurde seiner Zeit lauthals gelacht. Erst als sie nicht verstummt sind, sondern an ihrer Botschaft festgehalten haben, wurden sie für die Herrschenden gefährlich. Jetzt mussten sie beseitigt werden. Johannes wurde ins Gefängnis geworfen und dann geköpft, Jesus starb am Kreuz wie so mancher Aufrührer seiner Zeit. Ihren Nachfolgerinnen und Nachfolgern ging es nicht besser. Zuerst ausgelacht und dann getötet. So geht es bis heute.
Das Lachen hat zwei Seiten. Es ist zum einen der humorvolle Blick auf die Selbstverständlichkeiten des Alltags, zum anderen der Ausdruck, etwas nicht verstehen zu wollen oder etwas Neues abzulehnen. Der lachende Mann wird zur Mahnung. Wir sind immer wieder zum Lachen aufgelegt, wenn wir etwas nicht verstehen oder wenn wir in Frage gestellt werden. Darüber dürfen wir auch lachen. Es tut gut, über unsere Welt zu lachen, über das, was uns das Leben schwer macht und das wir nicht verstehen.
Doch wenn wir darüber Menschen, die ernthaft etwas vertreten, der Lächerlichkeit preisgeben, dann tun wir den ersten Schritt zu deren Vernichtung! Dann wird das Lachen zynisch und wir nehmen andere nicht mehr ernst. Also: Wehret den Anfängen!
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.