Gott ist überall

18.02.2019 |

Wir sind unser Leben lang auf der Suche nach Gott. Manche ganz ausdrücklich, andere eher verhalten, viele haben die Suche nach Gott aufgegeben und sich von diesem Bemühen abgewandt. Es gibt Anzeichen und Spuren von Gott und mindestens genauso viele Hinweise, dass es Gott nicht gibt. Im Fenster auf der Nordseite der Autobahnkirche sehen wir einen solchen Hinweis, den wir in beide Richtungen deuten können. Der  leere Thron Gottes kann zeigen, dass Gott gar nicht existiert, dass Gott einmal da gewesen ist, dass wir auf ihn warten oder dass sich seine Herrschaft andeutet. Viele Möglichkeiten! Aber kann es nicht auch sein, dass wir so sehr an unseren Vorstellungen von Sein und Existenz hängen, dass wir etwas Wichtiges übersehen?
Wenn wir Gott nicht sehen, dann vielleicht deshalb, weil wir Gott nicht sehen wollen. Der Thron ist dann gar nicht leer, wir nehmen Gott aber nicht wahr. Unsere Vorstellungen, was Gott ist, wie Gott ist oder wer Gott ist, stehen einer echten Wahrnehmung im Weg. Letzten Endes verbauen wir uns selbst den Weg zu Gott. Der leere Thron ist lediglich ein Sinnbild für unsere Blindheit. Je konkreter wir uns Gott vorstellen, umso weniger sind wir offen für andere Vorstellungen und Möglichkeiten. Wir haben feste Erwartungen und sind enttäuscht, wenn diese nicht erfüllt werden. Wir hängen so sehr an diesen falschen Konstrukten, dass wir unsere Augen verschließen vor einer anderen Wirklichkeit. Gott aber, da sind sich Theologie und Philosophie einig, ist viel größer als alles, was wir uns vorstellen können. Manchmal reicht es auch, sich den eigenen Erfahrungen zu stellen. Und jedes Bild, das wir mit Gott in Verbindung bringen, zeigt höchstens eine von unzählig vielen Vorstellungen Gottes. Bilder sind Wege zu Gott, aber nicht Gott selbst. Gott ist größer und anders als alle Bilder. Auch der leere Thron ist ein Bild und nur eine von unendlich vielen Möglichkeiten, von Gott zu reden. Wenn es aber so viele Möglichkeiten gibt, dann kann ein einzelner
Mensch nur ganz wenig erfassen. Und noch weniger mitteilen. Vielleicht tun wir gut daran, davon auszugehen, dass Gott da ist, auch wenn wir Gott nicht sehen oder verstehen. Darüber können wir nicht reden oder doch nur sagen, was Gott nicht ist. Wir können Gott erfahren, aber kaum davon reden. Sollen wir also besser schweigen?
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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