Geistesgaben

In der Heiligen Schrift tauchen immer wieder Aufzählungen auf, die beschreiben, was für uns Menschen gut sein soll. Beim Propheten Jesaja finden wir die Geistesgaben, sieben an der Zahl: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit, Gottesfurcht. Je nach Tradition wird die eine oder andere ausgetauscht, und auch ihre Zahl ist unterschiedlich. Doch es sind immer Eigenschaften, die Menschen mitbringen. Es reicht aber nicht, diese nur zu nennen oder zu haben. Immer wieder wird betont, dass wir aufgerufen sind, diese Geistesgaben zu kultivieren, sie zu entwickeln und vor allem auch einzusetzen. Nicht umsonst finden wir sie in der Autobahnkirche über dem Hauptportal dargestellt. Wenn man die Kirche verlässt, wird man daran erinnert, was in der Welt von uns gefragt ist: »Setze deine Charismen so ein, dass sie dir und anderen von Nutzen sind.«
Es ist zweitrangig, ob es jetzt genau die aufgezählten sieben sind, oder neun andere. Wichtig ist einzig und allein, dass es deine Gaben sind, die du mitbringst.  Es sind deine Gaben, die in der Welt gebraucht werden. So stellen sich jedem, der die Kirche verlässt, zwei Fragen: »Welche Gaben bringst du mit?« Und: »Wie setzt du diese Gaben ein?«
Das bedeutet, dass wir nur das tun sollen, was wir tun können, und nicht all das, was wir meinen, tun zu müssen. Oder das, was andere uns auftragen, was wir tun sollen. Würden wir immer nur das tun, was nicht unseres ist, dann wäre Scheitern vorprogrammiert. Wir würden ewig einem zu hohen Ideal hinterherlaufen. Also, machen wir das, was wir können. Wir müssen nur leben, was wir verstanden haben. Das können wir gut und es reicht völlig aus. Alles andere bleibt Stückwerk und bringt uns nicht weiter!
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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