Ich mache alles neu!

Ist es ein Thema für Religionen, dass sich alles verändert? Kann Veränderung ein wichtiges, vielleicht das wichtigste Thema der Religion sein? Normalerweise stehen Religionen für das Traditionelle, für die Überlieferung und die möglichst genaue und unveränderte Weitergabe von Glaubenswissen. Schreibt man der Religion diese Aufgabe zu, dass sie für die Bewahrung des Bestehenden verantwortlich ist, dann ist der Satz: »Ich mache alles neu!« aus dem letzten Kapitel der Apokalypse eine Provokation.
Was würde es bedeuten, wenn man der Religion die Aufgabe der Veränderung zuschreibt? Wir müssten uns dem stellen, was Tradition ist. Vor allem geht es darum, welche Bedeutung die schriftliche Überlieferung und die Praxis, die über Generationen weitergegeben wurde, hat. Der Komponist Gustav Mahler hat einmal folgenden Satz geprägt: »Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe der Glut.« Er spricht von einer umwälzenden Energie der Tradition. Hier kommt die verändernde Kraft von Religion zum Tragen. Wenn unsere Praxis nicht immer neu geschaffen wird, wenn wir nicht das, was wir von den Vorfahren übernommen haben, in unsere Zeit übersetzen und an unsere Nachkommen weitergeben, dann hat Glaube und Religion keine Chance mehr. Wir können getrost darauf vertrauen, dass wir nicht alles selbst tun müssen. Traditionen werden von Gemeinschaften begründet, nicht von Einzelnen und sie werden auch von Gemeinschaften getragen. Das gleiche gilt für anstehende Veränderungen.
In der Apokalypse lesen wir noch eine andere Zusage: Neues hat eine andere Quelle. Göttliche Geistkraft ist es, die Neues schafft. Wir dürfen dem trauen, mehr können wir nicht tun. Lassen  wir dieses Wirken zu, dann wird alles neu.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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